Im Winter in Deutschland ist es ganz einfach so, dass die Vegetation – sagen wir einmal – nur noch schwach ausgeprägt ist. Die kahlen Bäume versprühen einen Hauch von Tod, das Licht ist meist trüb und die Temperatur oft klirrend kalt.
Nachmittag im Winter.
Wenn ich an den Dezember denke, dann denke ich oft an wenig Tageslicht, an Kerzen, an künstliche Beleuchtung. Aber ich denke nicht an Pflanzen, an Sonnenschein und strahlende Landschaften.
Um Farben richtig zur Geltung zu bringen ist Licht unabdingbar. Der Herbst steht in unseren Breitengraden nicht zu unrecht oft für nasses, kaltes Wetter. Da fehlt es an Sonne und Wärme und alle Farben wirken blass und schwach.
Es gibt sie aber, die Tage, an denen die Farben des Herbstes richtig zu leuchten anfangen.
Für uns ist es heute selbstverständlich, farbige Displays zu nutzen. Vermutlich ist das Display, auf dem dieser Artikel gelesen wird, ein Farbdisplay.
Farbdarstellung in einem Medium ist immer wesentlich komplexer als z.B. eine Darstellung in Schwarz-Weiß.
Ich kann mit einem dunklen Stift auf einem hellen Untergrund kritzeln, malen, schreiben, zeichnen… Aber wenn Farbe ins Spiel kommt, wird alles wesentlich vielfältiger. Ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten tut sich auf. Welche Farben sollen mein Farbstifte haben, die ich einsetze?
Wenn es schon zwischen hell und dunkel viele Nuancen gibt, wie viel mehr gibt es bei den Farben feine Unterschiede?
Mich bringt es immer wieder zum Staunen wie sich die Farben auch in der Natur im Lauf des Jahres in mitteleuropäischen Gefilden verändern und sie immer wieder neu andersartig strahlen.
Fotografisch verfolgen manche den Ansatz, einen Großteil ihrer Bilder in Schwarz-Weiß zu halten. Und technisch hat das natürlich auch seine Wurzeln in der geschichtlichen Entwicklung der Fotografie. Farbfilme sind erst eine spätere Entwicklung gewesen. In weiten Teilen auf Farbe zu verzichten, fände ich jedoch schade. Wir nehmen die Welt eben auch in Farbe wahr.