Als ich neulich ein wenig für Ordnung auf meinem Rechner sorgte, stolperte ich über einige Bilder, die an verschiedenen Tagen draußen im Februar geschossen wurden.
Wenn man draußen Bilder macht, muss man die Bedingungen oftmals so nehmen wie sie sind. Oft war ich am frühen Abend draußen sowieso unterwegs – und ich genieße es auch, nach einem Arbeitstag noch ein paar Schritte an Heimweg zu haben und dabei an ruhigen Orten vorbei zu kommen.
Diese Bilder sind (meist abendliche) Momente, die an verschiedenen Tagen aufgezeichnet wurden. Sie sind nebenbei entstanden, sie haben sich eben so „ergeben“ – sozusagen „im Vorbeilaufen“. Sie waren nicht das Ergebnis von gezielten Bemühungen und Planungen.
Wie lässt sich Ruhe definieren? Was macht Ruhe aus? Ist Ruhe einfach Abwesenheit von Lärm und Geschäftigkeit?
Man kann sicher sagen, dass das Wort Ruhe in verschiedenen Zusammenhängen gebraucht wird. Ruhe kann sich auf das Ausbleiben eines hörbaren Lärmes beziehen. Sie kann sich auf das Einstellen/Pausieren einer Bewegung beziehen. Rechtlich gesehen kann ein Vertrag oder ein Abo ruhen.
Aber ganz elementar finde ich die Tatsache, dass wir Menschen so gemacht sind, dass wir immer wieder ruhen müssen. Wir sind keine Maschinen, die über Tage hinweg pausenlos funktionieren. Wir brauchen Ruhepausen.
Wenn man beispielsweise eine Wanderung unternimmt, wird man irgendwann eine Rast machen, d.h. man nimmt sich eine Zeit, in der man nicht weitergeht, sondern nur ruht, sich vielleicht hinsetzt, etwas isst und sich erholt.
Das Ruhen gehört elementar zu unserem Leben dazu. Die Zeit der Ruhe kann, sofern man wach ist, eine Zeit des Nachdenkens sein.
Ich finde, dass wir uns in unserer Gesellschaft schon schwer tun, wirklich Ruhe zu finden. Es gibt so viele Angebote von Film -oder Musik-Streaming-Platformen, es gibt Podcasts, sowieso Radio, Fernsehen, Zeitungen, Bücher, Webseiten. Wir können unser Leben vom Morgen bis zum Abend durchgängig mit Infos und Unterhaltung und Aktivitäten füllen. Aber kommen wir dabei wirklich zur Ruhe?
Ich habe neulich, eines Abends ein Foto machen können. Das beschäftigt mich tatsächlich ein wenig.
Ein Mann ist darauf zu sehen. Er macht offenbar eine Pause an einem Platz vor einem großen Kirchengebäude. Kopfhörer sind im Ohr.