Die Zeit rinnt sprichwörtlich dahin. Jeden Moment. Wir können sie nicht festhalten.
Die Zeit ist begrenzt. Für jeden Menschen ist die Zeit auf dieser Welt begrenzt.

Ich weiß nicht, wie viel Lebenszeit mir noch bleibt.
Mein Leben ist eine Aneinanderreihung von fliehenden Momenten. Sie kommen und gehen.
Ich kann die Sonne nicht davon abhalten, dass sie morgens am Horizont erscheint. Ich kann sie nicht bremsen, wenn sie hinter dem Horizont verschwindet und die Dämmerung einsetzt.
Man könnte jetzt sagen, das seien melancholisch gefärbte Gedanken.
Und ja, ich würde sagen, es sind Gedanken, die bedrückend sein können, weil sie deutlich machen, dass man als Mensch nur begrenzte Kontrolle über sein Leben hat.

Aber ich brauche diese Überlegungen um klug mit meinen Begrenzungen und meinen Möglichkeiten hauszuhalten.
Mit der Kamera versuche ich Bilder von besonderen Augenblicken einzufangen. Diese Bilder sind Erinnerungen von fliehenden Momenten. Sie frieren gewissermaßen einen kurzen Moment in der Zeit ein. Ich bestimme den Bildausschnitt, bestimme das, was zu sehen ist und auch das, was auch nicht zu sehen ist.

Manche Bilder lassen einen, wenn man es zulässt, nachdenklich zurück, selbst wenn der Inhalt auf den Blick banal erscheint, einfach weil im Bild die schlagartige Vergänglichkeit des eingefangenen Augenblickes förmlich zu greifen ist.