Schon seit langem nutzen Menschen „Zeit-Messer“ oder auch „Uhren“ genannt um zu sehen wie viel Zeit vergangen ist. Unser Zeitempfinden ist nicht akkurat, sondern je nach dem wie sehr unser Verstand fokussiert ist und sich einer Sache widmet, verlieren wir zuweilen unser „Zeitgefühl“.
Martin Luther Kirche Ulm, 2021
Warum wollen wir die Uhr-Zeit ablesen?
Die menschliche Wahrnehmung ist nicht so akkurat, dass wir in jedem Moment intuitiv wüssten die wievielte Stunde eines Tages geschlagen hat und dabei auch noch die wechselnden Zeiten des Sonnenauf- und Unterganges berücksichtigen könnten.
Um Farben richtig zur Geltung zu bringen ist Licht unabdingbar. Der Herbst steht in unseren Breitengraden nicht zu unrecht oft für nasses, kaltes Wetter. Da fehlt es an Sonne und Wärme und alle Farben wirken blass und schwach.
Es gibt sie aber, die Tage, an denen die Farben des Herbstes richtig zu leuchten anfangen.
Ich starte meine Gedanken in diesem Artikel mit einem Bibelvers. Die ursprünglichen Adressaten dieser Worte, so kann man es aus dem Text schlussfolgern, waren sehr von sich überzeugt. Sie waren etwas Besseres. Sie hatten mehr Verstand. Sie hatten mehr Wissen, sie hatten mehr Weisheit. Als die anderen.
Kennst du das von dir? Dass du in manchen Momenten so überzeugt bist von dir, dass du deine eigene Überheblichkeit nicht mehr wahrnimmst?
„Ja, die anderen! Die machen so dumme Sachen. Ich kann das gar nicht verstehen. Ich würd mich nie so blöd verhalten wie…“
Für mich ist Fotografieren besonders. Vor ungefähr 20 Jahren habe ich angefangen meine ersten Gehversuche mit einer Kamera zu machen. Ich hatte mir damals so eine kleine Kompaktkamera mit einem kleinen 3fach-Zoom-Objektiv zugelegt.
Winterlicher Sonnenuntergang, Fotografiert mit der Traveler Slimline X6, meiner ersten Digital-Kamera, November 2008
Kreativiät in der Kindheit
Ich bin ein kreativ veranlagter Mensch. In meiner Kindheit und Jugend habe ich gern gezeichnet und gemalt, eigentlich nie richtig gut, tatsächlich habe ich eher karikatur-artige Zeichnungen angefertigt. Das exakte, maßstabsgetreue, realistische Zeichnen war nicht meine Stärke. Vielleicht hat mir dazu auch einfach die richtige Technik gefehlt.
Die Zeit rinnt sprichwörtlich dahin. Jeden Moment. Wir können sie nicht festhalten.
Die Zeit ist begrenzt. Für jeden Menschen ist die Zeit auf dieser Welt begrenzt.
Ich weiß nicht, wie viel Lebenszeit mir noch bleibt.
Mein Leben ist eine Aneinanderreihung von fliehenden Momenten. Sie kommen und gehen.
Ich kann die Sonne nicht davon abhalten, dass sie morgens am Horizont erscheint. Ich kann sie nicht bremsen, wenn sie hinter dem Horizont verschwindet und die Dämmerung einsetzt.
Man könnte jetzt sagen, das seien melancholisch gefärbte Gedanken.
Und ja, ich würde sagen, es sind Gedanken, die bedrückend sein können, weil sie deutlich machen, dass man als Mensch nur begrenzte Kontrolle über sein Leben hat.
Aber ich brauche diese Überlegungen um klug mit meinen Begrenzungen und meinen Möglichkeiten hauszuhalten.
Mit der Kamera versuche ich Bilder von besonderen Augenblicken einzufangen. Diese Bilder sind Erinnerungen von fliehenden Momenten. Sie frieren gewissermaßen einen kurzen Moment in der Zeit ein. Ich bestimme den Bildausschnitt, bestimme das, was zu sehen ist und auch das, was auch nicht zu sehen ist.
Manche Bilder lassen einen, wenn man es zulässt, nachdenklich zurück, selbst wenn der Inhalt auf den Blick banal erscheint, einfach weil im Bild die schlagartige Vergänglichkeit des eingefangenen Augenblickes förmlich zu greifen ist.