Schon seit langem nutzen Menschen „Zeit-Messer“ oder auch „Uhren“ genannt um zu sehen wie viel Zeit vergangen ist. Unser Zeitempfinden ist nicht akkurat, sondern je nach dem wie sehr unser Verstand fokussiert ist und sich einer Sache widmet, verlieren wir zuweilen unser „Zeitgefühl“.

Warum wollen wir die Uhr-Zeit ablesen?
Die menschliche Wahrnehmung ist nicht so akkurat, dass wir in jedem Moment intuitiv wüssten die wievielte Stunde eines Tages geschlagen hat und dabei auch noch die wechselnden Zeiten des Sonnenauf- und Unterganges berücksichtigen könnten.
Uhren, Gerätschaften, die die gegenwärtige Stunde des Tages anzeigen, sind für uns wichtig und unsere Leben essentiell. Uhren ermöglichen uns in einem besonderen Maß uns zu organisieren, zu planen, unseren Tag einzuteilen und uns mit anderen abzustimmen und zu synchronisieren. Sie ermöglichen ein gewisses Maß an präziser Kontrolle, unsere Zeit zu steuern und auch festzustellen, wann etwas womöglich ungewöhnlich lang dauert.

Uhren früher bis heute
Uhren für die Allgemeinheit wurden in der Vergangenheit an erhöhten Orten angebracht, wie an einem Kirchturm z.B., sodass sie aus vielen Positionen einsehbar oder gegebenenfalls hörbar war.

Nicht jeder hatte eine Uhr und konnte sie bei sich tragen und so war wenigstens ein akustisches Signal eine wertvolle Orientierungshilfe. Revolutionär waren dann Taschenuhren, später auch Armbanduhren und heute tragen viele ihre Uhr an ihrem All-Zweck-Taschen-Rechner, dem Smartphone, bei sich.

Digitale Uhren sind aber nun eben eines: Digital. Sie haben kein Uhrwerk, keine Mechanik und sind meist nicht so kunstfertig gebaut wie eine mechanische Uhr.

Es gibt auf dieser Welt unheimlich viele Uhren. Uhren, in ihrer traditionellen Bauweise sind immer wieder auch Kunst im Sinne des Handwerks oder der Ästhetik. Uhren sind auch ein Statement. Sie symbolisieren als menschengemachte Zeit-Messer auch unsere Vergänglichkeit, unsere eigene Begrenztheit, unsere Zeit, die abläuft, die vorüberzieht, Sekunde für Sekunde, Minute für Minute. Stunde für Stunde.

Nachts, wenn alles leise ist, kann man dann auch bei einem handelsüblichen Wecker mit mechanischer Bauweise das sekündliche Ticken vernehmen, das man im Lärm des Tages kaum wahrnimmt.

Ich habe neulich eine Abbildung an einem Kirchturm gesehen, die das unübersehbar herausstellt.

Uhren als Erinnerung an Alterung und Tod
Eine Auseinandersetzung mit unserer Vergänglichkeit findet in unserer Gesellschaft nur eingeschränkt statt. Tod, und Leiden, selbst der Zerfall des eigenen Körpers, sichtbar auch in den zunehmenden Falten unserer Haut, die unsere Alterung offenbaren, finden wenig Platz. Makel werden versteckt, überdeckt oder „weg-operiert“.
Das sei nun nicht als Statement gegen MakeUp o.ä. verstanden, aber wenn ich gänzlich kaschiere und negiere, dass eines Tages auch meine Zeit auf dieser Welt abläuft, habe ich womöglich auch nicht die Möglichkeit mich angemessen darauf vorzubereiten.

Welche Schlussfolgerungen ziehe ich aus meiner Vergänglichkeit?
Könnte ich jetzt im Frieden dieses Leben verlassen? Wäre ich im Frieden mit meinen Mitmenschen? Wäre ich im Frieden mit meinem Schöpfer?
Ich bin mir schon bewusst, dass viele Menschen an diesem Punkt andere Anschauungen haben.
Aber egal zu welchen Schlussfolgerungen jeder persönlich in dieser Frage nach einem Schöpfer kommt, es ist unbestritten, dass unser aller Zeit begrenzt ist und wie gesagt, die eine Frage für mich, die aufgeworfen wird, ist, wie ich dem Tod begegne.

Es stellt sich mir aber auch immer eine zweite Frage: Was mache ich JETZT aus meinem Leben?
Was ist so wertvoll, dass ich es tun muss und was kann auch einfach weggelassen werden, weil es vergleichsweise wenig Wert hat? Was ist jetzt wirklich wichtig?
Wo lohnt es sich nicht, sich darüber zu ärgern? Wo lohnt es sich, dafür zu kämpfen?

Ein Bewusstsein für meine eigene Endlichkeit in dieser Welt bringt mich nicht in einen Fatalismus oder in eine Hoffnungslosigkeit, sondern es bringt mich dazu, meine Möglichkeiten und meine Zeit gut zu gebrauchen. Es bringt mich dazu nicht gedankenlos vor mich hin zu leben, sondern das, was ich an Kraft und Begabungen habe, so zu gebrauchen, dass es den größten Nutzen bringt.