Was qualifiziert mich, über eine gewissermaßen philosophische Überlegung zu schreiben, die sich mit meiner Vergänglichkeit und auch der Vergeblichkeit meiner menschlichen Bemühungen beschäftigt?
Meine einzige Qualifikation besteht wohl darin, dass ich als Mensch mir Gedanken über die Sinnhaftigkeit meines Tuns mache und besonders auch über den Umgang mit meiner Zeit.
Was ist Fotografie für mich?
Fotografie ist für mich ein Hobby, eine Beschäftigung, der ich besonders dann nachgehe, wenn keine anderen Verpflichtungen akut zu erfüllen sind. Es ist ein Hobby, das Zeit bedarf, Geld kosten kann und gedankliche Anstrengung erfordert. Und ich frage mich schon, welchen Nutzen es am Ende bringt und ob es nicht ein vergebliches Unterfangen ist, Fotografien anzufertigen, die in dem Sinn oftmals „banale“ und „alltägliche“ Dinge zeigen.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages, 2026
Wäre Fotografie für mich eine Profession, also ein Weg Geld und den Lebensunterhalt zu verdienen, wäre es – wenigstens in meiner naiven Vorstellung – eine logische und folgerichtige Sache dabei Sinn zu empfinden und zu wissen: Das, was ich mache, lohnt sich, denn ich verdiene mir Brot und Unterkunft und versorge dabei ggfs. noch meine Familie und diene meinen Klienten mit meiner Arbeit, die zwar freilich dafür bezahlen, aber eben auch eine Leistung und einen Mehrwert dafür erhalten (ich denke in Wirklichkeit ist das Ganze komplexer…)
Ich bin in Ulm geboren und aufgewachsen. Ulm ist ganz sicher keine riesige Stadt. Aber ich finde Ulm visuell bis heute reizvoll. Natürlich kommt Ulm nicht an die vielfältigen visuellen Reize einer Großstadt oder Millionenstadt heran, wie London z.B. eine ist.
Meine inneren Widerstände in einer kleinen Stadt
In einer Kleinstadt, wie im nahe bei Ulm gelegenen Illertissen sind die fotografischen Reize weniger und die Stadt ist auch weniger touristisch ausgelegt.
D.h. man überlegt sich ein kleines Stückchen mehr, ob man seine Kamera auspackt oder nicht. In Ulm geh ich schnell als Tourist durch, wenn ich fotografiere. In der Rolle finde ich das Fotografieren unkomplizierter. In einer kleinen Stadt dagegen falle ich wesentlich mehr auf, wenn ich abseits der Sehenswürdigkeiten Fotos mache.
„Hast du jetzt nicht endlich genug Bilder davon?“ könnte eine Frage lauten, die gestellt wird, wenn man wieder einmal loszieht um einen Sonnenuntergang zu fotografieren. Die Sonne ist so ein universelles Motiv, das sich in zahllosen unterschiedlichen Kontexten fotografieren lässt.
2026
Ich denke, es gibt noch eine Reihe von anderen Motiven, bei denen es sich lohnt, sie immer wieder zu fotografieren.
Ich mag es sehr gerne, mir Bilder von Fotografen anzuschauen und zu betrachten, was sie gesehen haben.
Ich mag es auch gerne, mir Künstler aus anderen visuell ausgerichteten Disziplinen anzuschauen. Ein Künstler, mit dem ich mich öfter beschäftigt habe, ist Caspar David Friedrich. Er war ein Maler im 18. und 19. Jahrhundert.
Mit seinen zuweilen durchaus melancholisch wirkenden Bildern trifft er irgendwo einen Nerv bei mir.
„Abtei im Eichwald“, Caspar David Friedrich, 1809-1810,
Seine Malerei war nicht abstrakt, sondern orientierte sich von den Motiven her an der realen Welt.
Wenn ich meine Fotografie-Sachen für eine Reise zusammenpacke, dann greife ich oft instinktiv zu einem Zoom-Objektiv.
Canon EF 100mm f/2,0 USM
„Am besten deckt es einen möglichst großen Zoom-Bereich ab, damit ich alle möglichen Motive abdecken kann. Ich muss ja für jede Lage gewappnet sein. Ich bin ja schließlich nicht jeden Tag dort!“ Das habe ich mir gesagt.
Mir scheint es manchmal so, als ob es einen Mythos gibt, eine Art Legende unter Fotografierenden, dass ein Bild nur dann „korrekt“ belichtet ist, wenn alle Teile des Bildes gleichermaßen gut zu erkennen sind. Die hellen Bildbereiche sollten nicht „ausgebrannt“ sein und die dunklen Bildbereiche sollten nicht „ins Schwarze absaufen“.
Beispiel bei abendlichem Gegenlicht anhand der Telekamera des Pixel 10, 2026
Was meint das Wort „Dynamikumfang“?
Eines der magischen Worte in der Fachsprache der Fotografierenden ist „Dynamikumfang“. Der Dynamikumfang meint, wie groß der Bereich ist, den eine Kamera erfassen kann, was helle Bereiche und dunkle Bereiche in einem Bild angeht. Je größer dieser Berrich ist, umso größere Helligkeitsunterschiede können in einem Bild dargestellt werden. Das kann z.B. relevant sein, wenn man aus einer eher dunklen Zimmer durch ein Fenster hinaus ins viel hellere Freie fotografiert und man in einem Bild beides zeigen möchte. Das „dunkle“ Zimmer und den „hellen“ Außenbereich. Lange konnte kaum eine Kamera die hellen und die dunklen Bereiche in einem Bild angemessen „einfangen“. Durch Weiterentwicklung der Bildsensor-Technologie gab es Fortschritte.
Je nach Foto-Genre gibt es Aufnahmen, die als Standard gesetzt sind und nahelegen, wie eine Aufnahme gemacht werden sollte und aufgebaut sein sollte.
2026
Verschiedene „Klischees“
„Straßenfotografie“ sollte in schwarz-weiß gehalten sein, hohe Kontraste zeigen und am besten im herrlichsten Licht Silhouetten von Fußgängern an spektakulär ausgeleuchteten Orten zeigen.
Aus meiner Sicht taugt ein Smartphone so für vieles so einigermaßen. Es ist ein Gerät, das viele Dinge ermöglicht, aber meist in abgespeckter Form.
Pixel 10, Hauptkamera
Ein großes Display ist für viele Anwendungen einfach nicht zu ersetzen und trotzdem ist es zweifellos so, dass man auch einen epischen Film wie einen Teil der „der Herr der Ringe-Trilogie“ auf einem Smartphone betrachten kann. Wenigstens erfüllt das Smartphone die technischen Voraussetzungen dafür. Die Wirkung ist aber ganz anders als auf einem großen Bildschirm oder gar auf der Leinwand.
Wenn ich in meinem Leben auf Hindernisse und Begrenzungen stoße, wünsche ich mir oft eine komfortable, bequeme und schnelle Lösung um das Hindernis zu überwinden. Und ganz fraglos: „Dumm“ muss man nicht sein und für viele Hindernisse und Erschwernisse gibt es Lösungen, die bequem und schnell sind.
Für weite Wegstrecken, kann man z.B. ein Automobil oder einen Zug nutzen, statt eine dreistellige Anzahl an Kilometern in mehreren Tagen zu Fuß zurück zu legen.