Je nach Foto-Genre gibt es Aufnahmen, die als Standard gesetzt sind und nahelegen, wie eine Aufnahme gemacht werden sollte und aufgebaut sein sollte.
2026
Verschiedene „Klischees“
„Straßenfotografie“ sollte in schwarz-weiß gehalten sein, hohe Kontraste zeigen und am besten im herrlichsten Licht Silhouetten von Fußgängern an spektakulär ausgeleuchteten Orten zeigen.
Als ich neulich ein wenig für Ordnung auf meinem Rechner sorgte, stolperte ich über einige Bilder, die an verschiedenen Tagen draußen im Februar geschossen wurden.
Wenn man draußen Bilder macht, muss man die Bedingungen oftmals so nehmen wie sie sind. Oft war ich am frühen Abend draußen sowieso unterwegs – und ich genieße es auch, nach einem Arbeitstag noch ein paar Schritte an Heimweg zu haben und dabei an ruhigen Orten vorbei zu kommen.
Diese Bilder sind (meist abendliche) Momente, die an verschiedenen Tagen aufgezeichnet wurden. Sie sind nebenbei entstanden, sie haben sich eben so „ergeben“ – sozusagen „im Vorbeilaufen“. Sie waren nicht das Ergebnis von gezielten Bemühungen und Planungen.
Jeder Ort, an dem man fotografiert, hat seine eigenen Gegebenheiten. Abhängig vom Wetter, vom Tageszeitpunkt und besonders von der Jahreszeit hat man mit unterschiedlichen Bedingungen zu tun. Das trifft ohne Frage auch aufs Fotografieren im Wald zu.
Für uns ist es heute selbstverständlich, farbige Displays zu nutzen. Vermutlich ist das Display, auf dem dieser Artikel gelesen wird, ein Farbdisplay.
Farbdarstellung in einem Medium ist immer wesentlich komplexer als z.B. eine Darstellung in Schwarz-Weiß.
Ich kann mit einem dunklen Stift auf einem hellen Untergrund kritzeln, malen, schreiben, zeichnen… Aber wenn Farbe ins Spiel kommt, wird alles wesentlich vielfältiger. Ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten tut sich auf. Welche Farben sollen mein Farbstifte haben, die ich einsetze?
Wenn es schon zwischen hell und dunkel viele Nuancen gibt, wie viel mehr gibt es bei den Farben feine Unterschiede?
Mich bringt es immer wieder zum Staunen wie sich die Farben auch in der Natur im Lauf des Jahres in mitteleuropäischen Gefilden verändern und sie immer wieder neu andersartig strahlen.
Fotografisch verfolgen manche den Ansatz, einen Großteil ihrer Bilder in Schwarz-Weiß zu halten. Und technisch hat das natürlich auch seine Wurzeln in der geschichtlichen Entwicklung der Fotografie. Farbfilme sind erst eine spätere Entwicklung gewesen. In weiten Teilen auf Farbe zu verzichten, fände ich jedoch schade. Wir nehmen die Welt eben auch in Farbe wahr.