Bild-Gestaltung

Was macht ein Bild aus, das ins Auge springt, das die Aufmerksamkeit seines Betrachters wenigstens einige Sekunden lang gewinnt?

Das ist gewissermaßen gar nicht so einfach zu sagen und der kurze Beitrag hier soll keine Anleitung darstellen, sondern nur eine kurze Überlegung in eigene Worte gefasst.

1. Ein klares Motiv

Eine fesselnde Bildgestaltung hat zuerst einmal ein klares Motiv. Dabei muss das Motiv an sich gar nichts Außergewöhnliches sein.

Eine Plakat-Werbung stellt z.B. Produkte heraus, die für sich genommen jetzt keine spannenden Motive sind, setzt sie aber so in Szene, dass sie auffallen und so im Vordergrund stehen, dass klar ist, dass sie hier der „Hauptdarsteller“ sind.

Auch eine Straße kann ein Motiv sein, während die Fußgänger und Autos auf der Straße als schmückendes Beiwerk zu erkennen sind.

Wichtig ist, dass deutlich wird, worum es in einem Bild geht. Wenn das beispielsweise unklar ist, weil einfach zu viele um die Aufmerksamkeit buhlende, unterschiedliche Dinge zu sehen sind, kann es helfen, näher ans eigentliche Motiv ran zu gehen um zwischen Beiwerk und dem eigentlichen Motiv zu unterscheiden.

Das Motiv ist die Reihe von Laternen vor dem Hintergrund eines wunderbaren Abendhimmels. Das Motiv ist banal, Aneinanderreihungen ergeben aber ein Muster, was häufig interessant aussieht.Vom Motiv ablenkende Bild-Elemente wurden durch den Bildausschnitt vermieden.

2. Eine interessante Anordnung der Bildbestandteile

Es gibt viele „Regeln“, die Hilfestellung geben bei der Bildkomposition. Wie ordne ich die Dinge, die ich zeigen will an? Vereinfacht gesagt sollte die Anordnung so sein, dass der Betrachter sich im Bild umschaut. Nicht, weil alles chaotisch angeordnet ist und man sich erst mal orientieren müsste, sondern weil durch die Gestaltung die Augen gezielt durch das Bild geführt werden. Das kann sein durch leitende Linien geschehen (z.B. Rohre, Straßen, Flüsse), die auf das Motiv weisen.

Die Augen werden über die Linien der Brückenarchitektur immer wieder auf die über die Brücke gehende Person gelenkt.

Eine andere Möglichkeit sind „Leerräume“ (z.B. der blaue oder graue Himmel oder eine gleichmäßige Wasserfläche), die im Kontrast zum Motiv stehen und dadurch Spannung erzeugen.

Man kann auch durch selektive Schärfe das betonen, was herausstellt werden soll (das wichtige Motiv wird scharf dargestellt, Unwichtiges im Vorder oder Hintergrund wird unschärfer dargestellt)

Vorder- und Hintergrund sind unscharf, das Fahrrad ist klar und scharf und schön herausgestellt vor dem Hintergrund

Es gibt viele Regeln und viele Möglichkeiten und manche Regeln können auch absichtlich gebrochen werden (z.B. das Bild wird absichtlich schief dargestellt, um Unwohlsein im Betrachter auszulösen).

3. Durch Licht führen

Wie eine Szene ausgleuchtet ist, nimmt großen Einfluss. Wie stark und kontrastreich ist das Licht? Sind unterschiedliche Teile des Bildes unterschiedlich ausgeleuchtet? Handelt es sich um Gegenlicht oder ist die Sonne im Rücken des Fotografen?

Grundsätzlich geht es darum, das Licht zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen, um z.B. das Motiv hervorzuheben, anderes aber in den Hintergrund zu rücken.

Manchmal hat man Einfluss auf das Licht und kann es direkt steuern. Manchmal kann man nur seinen eigenen Standpunkt steuern. Fotografische Weisheit ist, das Licht effektvoll einzusetzen.

Das tiefstehende, etwas seitlich einfallende Gegenlicht der Sonne hebt wunderbar dem Blumenkasten vom Hintergrund ab. Um den Effekt zu verstärken musste ich eine tiefere Position einnehmen.

Kreativität

Es gibt fraglos noch viele weitere Aspekte zu einem spannenden Bild. Ich habe nur 3 wesentliche Punkte genannt.

Am Ende gibt es kein Patentrezept, sondern die Frage ist immer, wie alles im einzelnen Bild zusammenspielt und wie es letztlich auf den Betrachter wirkt.