Mehr als 10 Jahre liegt mein eintägiger Aufenthalt in Barcelona zurück.

Ich hatte danals ein bisschen Sorge, dass mir meine damalige digitale Spiegelreflexkamera entwendet werden würde (man liest von einer hohen Kriminalitätsrate), also ließ ich sie im Hotel und nahm nur eine kleine Kompaktkamera mit einem 20fach-Zoom mit mir.
Wenn man 20faches Zoom-Objektiv hört, klingt das erst einmal nach einem großem Zoombereich, aber man muss schon sagen, dass die Bildqualität natürlich keine Wunder vollbringt.
Zudem sind die kleinen fest verbauten Zoom-Objektive anfällig für Defekte, saugen mit der Zeit viel Staub ein und machen mit der Zeit Probleme, wenn Staub auf den Bild-Sensor oder nahe an den Bild-Sensor gelangt.
Nichts desto trotz wurden mit dieser beschränkten Ausrüstung ein paar wertvolle Erinnerungen geschaffen.
Wenn ich im Nachhinein an Barcelona denke, dann muss ich schon sagen, dass es eine besondere Stadt ist. Ich würde sagen, aus fotografischer Sicht ist es ein Ort, bei dem man nicht weiß, wo man hinschauen soll. Kaum irgendwo gibt es so geballt Architektur und Kunst zu bestaunen.
Ein paar Stationen meines Tages in Barcelona seien hier dargestellt.
Sagrada Familia
Ich komme ja aus Ulm, der Stadt mit dem lange Zeit höchsten Kirchturm der Welt. Dieser Rekord wurde Ende Oktober 2025 aber von der Sagrada Familia in Barcelona abgelöst.

Das Ulmer Münster ist eine Kirche im gotischen Stil, sehr imposant. Aber die Sagrada Familia ist in ihrem Stil weit moderner gestaltet. Wenn man allein die Außenfassade genau betrachtet, wird auch hier der Eindruck erweckt: Man weiß nicht, wo man hinschauen soll. So unfassbar viele Details sind hier dargestellt. So viele Skulpturen, Inschriften, Fenster.

Es ist nahezu unfassbar wie detailverliebt alles dargestellt ist. Und das Schlimme ist, wie auch beim Ulmer Münster, dass vieles ja den normalen Besuchern gar nicht ins Auge fallen wird, weil es zu weit oben, zu versteckt eingearbeitet wurde.

Die Sagrada Familia ist ein Bauwerk, an dem ständig gebaut wird und das bis heute noch nicht fertig gestellt ist, ein Projekt, das viele Jahrzehnte schon verschlungen hat.

Von innen haben wir das Gebäude damals nicht gesehen. Würde sich eines Tages wieder die Gelegenheit bieten, Barcelona erneut zu besuchen, würde ich einen Besuch dort anstreben.

Park Guell
Antoni Gaudi steht mit seiner Kunst, die sich auch in der Architektur der Sagrada Familia wiederfindet, für einen Stil, der organische Formen mit sich bringt und teils mit bunten Farben und Fließen arbeitet. Dieser Stil wird besonders auch im Park Guell sichtbar.


Man sieht tatsächlich auch schon von außen viel von der Architektur. Wer mehr sehen will, kann auch ein Ticket für den Park buchen. Barcelona ist meines Erachtens so groß und es gibt so viel zu sehen, dass man wirklich nicht überall hin kann und alles im Detail gesehen haben muss.


Ich persönlich finde den Stil von Antoni Gaudi gar nicht einmal so ansprechend aus ästhetischer Sicht, aber er ist in jedem Fall besonders und man sieht wenig auf der Welt, das in ähnlicher Weise gestaltet ist. Manche Werke wirken optisch eher wie aus einem Videospiel, wobei es gewiss eher so ist, dass Gaudis Kunst Vorlage oder Inspiration für virtuelle Welten gedient haben könnte.


Plaça d’Espanya, Quatre Columnes und Palau Nacional
In Barcelona finden sich viele beeindruckende Gebäude und Installationen. Mir ging es so, dass man letztlich an vielen Orten in der Stadt war und sich nur jeweils ziemlich begrenzt Zeit genommen hat, die Bauwerke auch wirklich zu betrachten.
Für mich ist das auch ein Grund, Bilder zu machen. Man kann die Eindrücke dann später besser nachvollziehen und Details betrachten, die man so in der Vielfalt an Eindrücken vor Ort nie wahrgenommen hätte. Wenige Bilder drucke ich am Ende tatsächlich aus. Aber wenn etwas gedruckt ist, betrachte ich immer wieder die Details und Besonderheiten meines Motivs. Man kann das vor Ort tatsächlich nur eingeschränkt wahrnehmen, weil es so viel zu betrachten gibt und eine Stadt ja meist auch nicht still steht.

Die 4 Säulen, die vor dem Palau Nacional stehen, sind schon sehr imposant anzusehen. Garniert werden die Bauwerke durch ähnlich imposante, riesige Brunnenanlagen. Der Palau Nacional wurde 1929 für die Weltausstellung gebaut und stellt ein Museum dar.

Wenn man so eine kleine Kompaktkamera mit großem Zoombereich nutzen kann, werden damit auch gelegentlich ganz ansehnliche Tele-Aufnahmen möglich. Die Detailaufnahme der Kuppel des Palau Nacional finde ich besonders gelungen, da als Maßstab ein Paar abgebildet ist, das mit einer Selfie-Stange gerade ein Bild von sich aufnimmt.

Was mich teils schon fasziniert hat, ist die Weitläufigkeit von manchen Arealen und besonders auch hier von dem Gelände der Weltausstellung, wie groß alles angelegt ist und wie weit man auch sehen kann. An manchen Stellen ist es durchaus so, dass man die typischen Häuserschluchten erlebt mit eher wenig Platz, aber auf diesem Areal war bewusst viel Platz eingeplant und angedacht.

Es gäbe noch viel zu sehen
Würde ich gerne in einer solchen Großstadt leben? Momentan kann ich mir so eine Lebensweise nicht vorstellen. Felder, Wiesen und Wälder und kleiner Städte haben auch etwas und Barcelona ist tatsächlich eine Stadt, die sehr touristisch geprägt ist, eben auch wegen ihrer Architektur und Sehenswürdigkeiten.
Würde ich wiederkommen wollen? Ich denke schon! Sollte sich eines Tages die Gelegenheit bieten, würde ich mich vermutlich auf den Weg machen. Es gibt aber auch viele andere, näher gelegene Ziele, die mir tatsächlich mehr Anlass für einen Besuch geben.
Mir bleibt die Stadt als eine pulsierende, große, weitläufige Metropole in Erinnerung mit einigen wirklich bemerkenswerten Orten, einschließlich dem Hafen, den ich bisher gar nicht erwähnt hatte. Zum Schluss noch ein paar visuelle Eindrücke aus der weitläufigen Stadt.









