Misserfolge beim Fotografieren

Wer kennt es? Man hat sich ein Ziel gesetzt, man hat eine grobe Vorstellung, wie das Ergebnis am Ende aussehen soll. Man bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen, das angestrebte Ergebnis zu erreichen. Wenn man im Nachhang nüchtern drüber schaut, ist das Ergebnis nicht das, was man sich erhofft hat.

Ich kenne das aus allen Lebensbereichen. Ein Plan geht nicht auf, oftmals auch, weil man die Wirklichkeit unterschätzt hat. Oft funktionieren Sachen nicht, weil man einen oder mehrere Faktoren, die das Ergebnis negativ beeinflussen können, unterschätzt hat.

Wozu Fehler gut sind

Fehler decken gewissermaßen unsere Naivität auf. Wir verstecken Fehler, ja Fehler sind ja nichts Vorzeigenswertes. Wir selber sind unzufrieden mit dem Ergebnis und zeigen es entsprechend auch nicht nach außen.

Aber Fehler sind nützlich. Wenn man versteht, worin sie konkret bestanden haben, ist man einen Schritt weiter auf dem Weg zum gewünschten Ergebnis. Wenn ich weiß, woran etwas lag, kann man möglicherweise den Fehler direkt oder bei der nächsten ähnlichen Situation beheben.

Besser: Es ist mehr zu erkennen, wo der Turm verortet ist, was ihn umgibt, wie er befestigt ist; der Zaun rechts auf ein drittel Höhe gibt einen Hinweis, darauf, das sich oben vermutlich noch ein Fußweg befindet. Das Donau-Center links unten, ein wenig schönes, aber markantes Gebäude der Umgebung, hat Wiedererkennungswert für den Ortskundigen. Die Stadtmauer als solche ist rechts unten nun besser zu erkennen. Auch dieses Bild ist aber nicht ideal. Wünschenswert wäre bei den Lichtverhältnissen (Dämmerung) eine dunkel gekleidete Person, die zudem eher weiter unten auf der Leiter zur Bildmitte hin positioniert wäre. Die Positionierung der sichtbaren Person wirkt auf mich nicht stimmig und unpassend.

Wenn man aus Fehlern in unbedenklichen Situationen lernt, geschehen weniger Fehler in kritischen Situationen, wenn sie weniger verzeihlich sind.

Typische Fehler beim Fotografieren, die mir wiederholt unterlaufen sind

Letztlich können ganz viele Dinge schief laufen. Ich möchte aber einige typische Fehler benennen, die ganz schnell passieren können und besonders für einen selbst sehr ärgerlich sein können.

1. Wichtige Ausrüstungsgegenstände vergessen

Es gibt essentielle Ausrüstungsgegenstände, die so unscheinbar sind, die aber, wenn sie vergessen und zu Hause liegen gelassen werden, es unmöglich machen, ein Bild zu schießen. Die Kamera ist eingepackt, das Objektiv auch. Was aber, wenn die Speicherkarte fehlt und nirgends ein Ersatz dabei ist? Was, wenn der Akku in der Kamera nahezu leer ist und keine Ersatzakkus zur Hand sind? Was, wenn das Vintage-Objektiv ohne Adapter nicht an die moderne Kamera angeschlossen werden kann?

Dann gibt es keine Bilder, obwohl die Kamera in der Tasche ist. Das ist bitterer als zu denken: Hätte ich doch heute mal Kamera mitgenommen… wenn man gedacht hat, man lässt sie zu Hause, weil man an dem Tag vermutlich die Kamera nicht benötigen würde.

Wie kann man es vermeiden?

Erkannte „Mängel“ sofort beseitigen, beim Packen Endkontrolle einplanen. (Evtl. Checkliste im Kopf, Akku, Speicherkarte, alle Adapter, Blitzgeräte usw. dabei?)

2. Einstellungen verstellt / unangemessene Einstellungen

Besonders bei (digitalen) Spiegelreflex-Kameras, wo man durch einen optischen Sucher sieht, steht man in der Gefahr, Bilder mit falschen Einstellungen zu machen. Gestern Abend bei wenig Licht mit hoher Sensorenpfindlichkeit fotografiert? Diese Einstellung macht sich am nächsten Morgen nicht so gut. Der Autofokus war gestern noch für Landschaftsaufnahmen eingestellt? Das funktioniert jetzt leider nicht so gut, wenn rennende Kinder aufgenommen werden sollen. Das Einstellrad hat sich ungewollt beim Packen in die Tasche auf „manuell“ gestellt?

Wie kann man es vermeiden?

Bewusst vor den Aufnahmen die Einstellungen überprüfen/anpassen. (Sollte man den technischen/physikalischen Hintergrund der Fotografie nicht so verstehen, dann empfehle ich, wenn es die Kamera hergibt, Bildprogramme zu verwenden (z.B. Sportprogramm für Kinder in Bewegung), vom intelligenten Automatik-Modus würde ich eher abraten, sobald die Anforderungen etwas spezieller werden (z.B. wenig Licht oder Sportaufnahmen)

3. Zu viel Ausrüstung dabei haben

Mit dem Argument „Es könnte sein, dass ich das brauche“ kann man einiges an Gegenständen mitschleppen. Durch London bin ich vor mehr als 10 Jahren mit 2 digitalen Spiegelreflex-Kameras und vier Objektiven gewandert. Die Hälfte meiner Sachen habe ich nicht benutzt. Alles zusammen war doch recht schwer und vor allem unhandlich.

Wie kann man es vermeiden?

Eine gute Planung und eine realistische Einschätzung finden, welche Ausrüstungsgegenstände wirklich verwendet werden. Für eine Reise kann es auch das Superzoom-Objektiv tun, zusammen mit einem kleinen Lichtstarken Objektiv, das vielseitig z.B. in der Dämmerung noch verwendbar ist.

Insbesondere das Micro Four Thirds System (u.a. Panasonic und Olympus/OMDS) bietet teils sehr kompakte Set-Ups mit großen Möglichkeiten. In den richtigen Händen lässt sich mit solch einer Ausrüstung viel ausrichten bei kompakten Maßen.

4. Zu viel aufs Bild packen

Mit einem Weitwinkelobjektiv ist es ganz besonders leicht passiert, dass „alles“ mit auf dem Bild ist, dass aber nicht klar ist, worum es im Bild eigentlich geht. Das tut keinem Bild gut, wenn zu viele Elemente um die Aufmerksamkeit ringen.

Wie kann man es vermeiden?

Ich kann das Motiv hervorheben, wenn ich näher an das Motiv gehe und es größer zeige. Ich kann, wenn das Motiv mobil ist, das Motiv vor einen anderen Hintergrund bewegen oder bei einem immobilen Motiv eine andere Perspektive nehmen oder es nur teilweise zeigen. Ich kann mich dabei explizit fragen, was mit aufs Bild soll und was nicht und das durch meine Position und die Ausrichtung meiner Kamera beeinflussen / steuern.

Wenig ideal: Schwarz umrandet das Bild, das nicht funktioniert. Hier ist ein typisches Bild, bei dem man sich fragt, was genau gezeigt werden soll. Zu viele Elemente konkurrieren um die Aufmerksamkeit. Geht es um die Architektur? Geht es um die Passanten? Geht es um Reflektionen?
Besser: Dieses Bild wirkt viel aufgeräumter. Es ist klar, es geht um die Architektur. Einen Gegenpunkt setzen die Äste und Zweige, die ins Bild ragen. Es ist zu erahnen, dass die Sonne tief steht, weil das Licht warm ist und wird teilweise offenbar geblockt. Die Abendstimmung (in diesem Fall) ist greifbar. Neuer Bau, Ulm 2025

5. Gedankenloses Bildermachen

Damit meine ich: Man verfolgt grundsätzlich schon ein Ziel, aber man macht sich konkret zu wenig Gedanken, wie man das Ziel erreicht. Man ist in seiner Annäherung an das Ziel zu diffus. Ich sehe ein ansprechendes Motiv. Ich nehme meine Kamera hoch. Ich halte auf das Motiv drauf, drücke den Auslöser und fertig ist das Bild.

Aber ich habe mich nicht versichert: Bin ich in der richtigen Position oder hätte ich woanders eine bessere Position? Ist der Moment geeignet oder kommt gleich ein besserer Moment? Hab ich alles drauf, was drauf sein sollte? Ist das Motiv in Ordnung oder passt da etwas nicht? Ist meine Kamera auf die Situation angepasst eingestellt? Wenn ich mir derartige Fragen nicht stelle, besteht die Gefahr, dass das Bild irgendwie wird, aber nicht so wie ich es mir wünsche oder vorstelle.

Wie vermeide ich es?

Genau hinsehen (womöglich erst mal ohne den Sucher/Display), sich klar machen, was will ich eigentlich genau? Dann sich die Frage stellen, welche Schritte braucht es, um mein Ziel zu erreichen? (Mögliche Fragestellungen dazu siehe weiter oben „Aber ich habe mich nicht versichert…“). Zuletzt kann es einfach auch sinnvoll sein, einige Varianten des Bildes aufzunehmen und später eine Auswahl des besten Bildes zu treffen, das die Absicht und das Ziel am besten erfüllt.

Wenig ideal: Offensichtlich sollte der „Big Ben“ fotografiert werden. Das Bild funktioniert nicht. Es passt einfach vieles nicht: Das Licht (der Big Ben liegt im Schatten), der unübersichtliche Bildausschnitt, störende Elemente (Äste, helle Autos), Pfeile, die vom Motiv weg zeigen, Linien, die nicht aufs Motiv hinlenken. Das Bild ist schief ausgerichtet. Allein das „Schief-Sein“ lässt, wenn es nicht beabsichtigt eingesetzt wird, jedes Bild „laienhaft“ aussehen, eben wie ein gerahmtes Bild an der Wand, das sichtbar schief hängt.
Besser: Das Bild hier ist fraglos kein Meisterwerk der Bildkomposition. Aber es ist ein Schritt zu mehr Klarheit. Die Darstellung wirkt nicht schief, das Licht leuchtet den „Big Ben“ schön aus. Die Perspektive ist deutlich verbessert. Alles sieht gewollter, strukturierter, stimmiger aus. Die Köpfe der Passanten im Vordergrund regen zum Nachdenken an: Warten sie auf den Bus? Werden sie weiter gerade aus gehen? Das lässt das Bild lebendig wirken, weil die abgebildeten Personen unserem Hirn den Gedanken an „Bewegung“ nahelegen. Die markanten roten Linien des Busses führen den Blick zum „Big Ben“. Man könnte sagen, das Bild gibt das Klischee eines touristischen Erlebnisses in London wieder. Ein wenig wirkt es wie ein Wimmelbild, das aber nicht zu viele Details beinhaltet, so dass man sich nicht im Detail verliert und der Blick stattdessen immer wieder zum „Big Ben“ wandert. Womöglich hätte es noch besser funktioniert, wenn der Vordergrund noch besser implementiert wäre. Aber das ist Spekulation. London 2012

Was passiert, wenn man Fehler macht?

Nun, Fehler zu machen gehört dazu und man kann es nicht vermeiden.

Aber ich kann verstehen lernen, was genau nicht funktioniert und daraus lernen!

Vielleicht fragt sich jemand: Warum verwackeln meine Bilder ständig? Da gibt es manche mögliche Ursache. Es gibt technische Defekte, die dazu führen (defekter Bildstabilisator z.B.), es gibt bei manchen Kameras einen „Shutter Shock“, d.h. der mechanische Verschluss des Bildsensors lässt Bilder unter bestimmten Bedingungen verwackeln, die normalerweise unproblematisch sind, weil die Vibration des Verschlusses beim Auslösen bei bestimmten, eher längeren Verschluss-Zeiten, z.B. 1/100s zu heftig ist). Aber meistens liegt es einfach daran, dass die Verschlusszeit zu lang ist. Selbst mit einem guten Bildstabilisator bringt eine zu lange Verschlusszeit Probleme, wenn man Menschen fotografiert, die sich normal bewegen. Die Kamera ist an sich dumm. Die weiß normalerweise nicht, ob ich eine Landschaft oder ein spielendes Kind fotografiere. Beim Kind brauche ich manchmal eine Verschlusszeit von 1/500 Sekunde, wenn ich es in der Bewegung scharf darstellen möchte (oder noch ein wenig schneller). Eine Landschaft lässt meist eine viel längere Belichtungs-Zeit zu, besonders, wenn die Kamera auf einer Mauer oder einem Stativ steht.

Hier handelt es sich um einen sogenannten „Mitzieher“. Man stellt auf das Motiv (Zug) scharf, die Verschlusszeit ist eher lang. Hier 1/40 Sekunde, kann aber auch noch länger oder kürzer sein, je nach Motiv-Geschwindigkeit. Dann geht man mit der Bewegung des Motivs während der Aufnahme mit. Hier wurde dann der Zug gut eingefangen und er wirkt scharf dargestellt. Die immobilen Teile des Bildes werden dann gleichzeitig verschwommen, weil für sie die Verschlusszeit zu lang ist.
Detailaufnahme. Der bewegte Zug ist scharf dargestellt. Die Landschaft im Vorder und Hintergrund nicht.

Verstehe ich technisch oder von der Bildkomposition her besser, was ich tue, wird sich das in den Bildern zeigen. Ich kann darauf reagieren, wenn es Entwicklungen gibt, die meinen fotografischen Zielen zuwider laufen. Ich habe sogar die Aufgabe, die Bedingungen und Einstellungen zu ordnen und anzupassen. Wenn wir auf Korrekturen und Ordnung bringende Maßnahmen im Leben verzichten, dann wird beispielsweise der Schnitt mit der Schere krumm, dann fährt das Fahrrad in den Graben und die Schrift ist nicht zu entziffern.

Natürlich kann ich kreativ Effekte erzielen, z.B. gezielt lange Belichtungszeiten nutzen um künstlerisch unscharfe Bilder zu erzeugen. Aber auch dabei ist die Kamera mein Werkzeug, das ich bediene und genauso wie einen Stift führe. Kaligrafie, das ist die Kunst des schönen Schreibens. Fotografie ist das Malen mit Licht.

Wie viele Bilder werden richtig gut?

Die Bilder, die ich als „zeigenswert“ erachte, die sind nur ein Bruchteil von allen meinen gemachten Bildern. Viele Bilder werden gleich aussortiert und gelöscht. (Insbesondere, wenn große Serien von einem Motiv aufgenommen wurden und viele Bilder einfach redundant sind). Von den Bildern, die dann noch bleiben, zeige ich nur einen eher kleinen Teil.

Irgendwo ist es ein banales Bild und irgendwie nicht. Das Bild entstand tatsächlich nahezu im Vorbeilaufen (wenigstens hatte ich es in dem Moment eilig). Das Motiv war mir aber dennoch ins Auge gefallen. Hier mag ich die Schlichtheit des Fahrrads, die sanften Farben. Die subtilen Reflektionen in die Glasscheibe. Die Ordnung der gepflasterten Steine, die Symmetrie. Es ist einfach ein ruhiges und schönes Stillleben. Und dennoch erfordert es ein geübtes Auge, das Motiv als solches wahrzunehmen und eine geübte Hand um das Bild als solches zu denken und fotografisch umzusetzen. München, 2025

Es ist gerade auch eine Fähigkeit eines guten Fotografen aus einer Vielzahl von Bildern die besten auszuwählen und schnell zu erkennen, welche Bilder einwandfrei und interessant aussehen und welche technisch fehlerbehaftet sind oder einfach bedeutungslos sind.

Es geht nicht einfach darum, dass ein Bild aus technischer Sicht gut ist, sondern darum, dass es etwas Bemerkenswertes hat. Und viele Bilder sind ganz ordentlich aus technischer Sicht und sie sind ordentlich gestaltet, aber sie wirken „langweilig“ oder eben „nicht Besonders“. Man könnte auch sagen:

Obwohl mich das Motiv und die Umgebung des Motives ursprünglich gereizt haben, ein Bild zu machen, finde ich das Endergebnis als Bild nicht reizvoll genug um es zu zeigen oder für eine weitere Bearbeitung weiterzuverwenden.

Wenig ideal: Ja, man sieht eine schöne Sonnenuntergang-Stimmung. Aber es fehlt irgend etwas Interessantes am Bild. Die Vögel sind auch recht klein und unscheinbar. Besser wäre sicherlich noch ein Element, das mit den Vögeln interagiert, vielleicht Bäume oder Masten, die einen Eindruck der Größe / Entfernung geben.
Besser: Eine andere Situation. Die Äste lenken den Blick durch das Bild, die Vögel sind als Silhouetten sichtbar und unterschiedlich positioniert. Ein organisch wirkendes Bild, geordnet. Man schaut vielleicht länger hin wegen der zahlreichen Details. Womöglich denkt man darüber nach, wie leicht die Vögel sind, wenn die Äste scheinbar nicht nachgeben unter dem Gewicht der Vögel.

Woran liegt das? Vermutlich zum Einen daran, dass ich es nicht schaffe, es so umzusetzen, dass es aus meiner Sicht gut aussieht – und ich frage mich: Wo lag konkret der Fehler?

Zum anderen mag der Fehler schon in der Überschätzung des Motivs gelegen haben. Da denke ich besonders an Momente, wo zum Beispiel in meinem Kopf eine Landschaft toll aussieht so wie das Licht gerade scheint. Aber wie ich das empfinde, kann trügen und in Wirklichkeit ist das Licht nicht so reizvoll wie zuerst wahrgenommen. Ein weiterer Faktor kann sein, dass das Bild einfach noch einen Zuschnitt und eine kleine Anpassung an seinen Farben braucht, damit es seine volle Wirkung entfalten kann.

Aber indem ich mich damit beschäftige und auseinandersetze, was funktioniert und was nicht, lerne ich, schneller und teilweise bereits bevor ich das Bild mache, abzuschätzen, ob das angestrebte Bild überhaupt funktionieren würde. Und durch diesen Prozess des bewussten Nachdenkens über den Bild-Erfolg und den Bild-Misserfolg lerne ich Stück für Stück zu verstehen, was wann funktioniert und was wann nicht.

Warum „funktioniert“ dieses Bild? Es ist klar und einfach strukturiert. Es ist klar, worum es geht. Es geht um die Laternen, aber auch um das Gebäude, dessen Bauweise und darum, wie das abendliche Licht den Eindruck des Gebäudes und der Straßenlaternen verändert (verglichen mit einem Bild, das bei Mittagssonne gemacht ist). Es geht um Linien, die quer durch ein Hochkant-Bild verlaufen. Es geht auch um Abstraktion und einfache Formen (durch die Silhouette hervorgerufen). Zuletzt, und das war meine größte Intention, geht es um einen fliehenden Moment. Das Licht bleibt nur kurze Augenblicke so. In kurzer Zeit ist der Himmel dunkel. Es geht auch um ein wenig „Traurigkeit“, das wieder ein Tag sich dem Ende zuneigt.

Ich brauche auch die Fehler um zu verstehen, was genau es funktionieren lässt. Misserfolge gehören dazu, damit ich meine „Erfolge“ besser verstehe. Und wenn ich meine vergangenen „Erfolge“ besser verstehe, dann kann ich mein zukünftiges Gelingen besser planen.

Man könnte diese „Planungsfähigkeit“ freilich auch „Erfahrung“ nennen. Denn genau das ist Erfahrung, dass ich damit vertraut bin, was funktioniert und was nicht funktioniert, weil ich es immer wieder erprobt habe. Und sie ermöglicht mir schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. (Allein nur schon zu erkennen, wann ein guter Anlass für ein Bild besteht)

Einfache Abkürzungen gibt es nicht, nur kann ich natürlich meinen Lernfortschritt aufhalten, indem ich aus meinen Fehlern einfach nicht lerne und mein Verhalten nicht anpasse. Das Gegenteil soll durch diesen Artikel erreicht werden.

Die Gefahr ist real, sich durch Fehler aufhalten zu lassen, anstatt durch sie zu wachsen.

Der größte Fehler wäre nämlich, sich frustrieren zu lassen und aufzugeben. Fehler sind zuweilen schmerzhaft und ärgerlich. Aber wenn ich Fehler als eine Art Steigeisen zum Gipfel verstehen kann, kann ich höher steigen als ich ursprünglich gedacht habe und am Ende dort „Erfolg“ haben wo zuerst viele kleine „Misserfolge“ standen.

Es gibt oftmals mehrere gute Möglichkeiten, ein und dasselbe Motiv einzufangen.
Unterschiedliche Perspektiven, unterschiedliche Momente.
Unterschiedliche Eindrücke. Jedes der 3 Bilder – es liegen jeweils wenige Minuten zwischen den Bildern – gibt einen eigenen Eindruck, zeigt eine andere Facette. Keines dieser Bilder ist ein „Misserfolg“, aber ich sehe jedes auch als Experiment an, aus dem ich wieder Neues lernen kann. Körperlich und gedanklich in Bewegung zu bleiben, hilft neue Ansätze zu finden, wenn etwas nicht funktioniert hat wie gewünscht.