Was genau ist eigentlich eine Reflektion? Eine Reflektion ist eine Widerspiegelung. Ein Lichtstrahl wird z.B. von einem Spiegel großteils zurückgeworfen.

Man könnte sagen, das Gegenteil einer Reflektion ist eine Absorption. Bei einer Absorption bleiben die Lichtstrahlen im Objekt, das das Licht wird absorbiert und das Objekt wird dabei erhitzt. Wenn Licht vollständig absorbiert wird, dann erscheint uns der Gegenstand schwarz.
Bei einer weißen oder farbigen Hauswand wird das Licht sowohl teil-absorbiert als auch zu unterschiedlichem Grad teil-reflektiert. Meistens sprechen wir explizit von Reflektionen bei Spiegeln, bei Glas, bei Wasser, aber auch Metalle reflektieren teilweise verstärkt das Licht.

Was man sich wirklich auch bewusst machen muss, ist, dass die Umgebung, in der man sich befindet, sichtbar Farben an die umstehenden Objekte abstrahlt. Ein roter Schirm strahlt seine rote Farbe in die Umgebung. Ein Wald mit viel grünem Laub strahlt grün an seine Umgebung ab. Und auch wenn wir das vielleicht nicht so bewusst wahrnehmen, merkt man das auch in Aufnahmen. Nicht nur das Laub ist grün. Auch die Haut und Kleider von Menschen werden grün angestrahlt, was in dem Fall einen „Grünstich“ verursachen kann.

Warum sind für uns Reflektionen so reizvoll?
Stärkere Reflektionen setzen sich optisch gesehen ab, sie leuchten, sie glänzen und sie treten vergleichsweise selten in Erscheinung. Deswegen fallen sie besonders ins Auge und wirken interessant.
Wie würde ich Reflektionen in Bildern einsetzen?
Ich persönlich bin kein Freund davon einfach nur einen Effekt darzustellen und zu zeigen: „Hier ist eine Reflektion!“ (es sei denn, meine Priorität ist eine abstrakte, grafische Darstellung). Aber, wenn ich eine Reflektion nutzen kann um ein Motiv hervorzuheben, dann ist es ein gelungener Einsatz. Ich würde eine Reflektion wie alle anderen Bildelemente gezielt einsetzen, entweder als Kontrast zum Motiv oder als „Schmuck“ des Motives. Es gibt viele kreative Möglichkeiten. Und ich hab da ein paar Ideen
Das Motiv selbst reflektiert
Durch die Reflektion stelle ich die Beschaffenheit, also das Material, aus dem das Motiv besteht, dar. Wenn beispielsweise die Fassade hauptsächlich aus Glas besteht, kann das ein faszinierender Effekt sein.

Das Motiv vor dem Hintergrund der Reflektion
Ich kann ein Bild so gestalten, dass das Motiv gewissermaßen in der Reflektion „badet“. Den Hintergrund kann ein Gewässer oder eine Fassade bilden. Die Reflektion kann dabei auch subtiler ausfallen, sodass das Motiv sich besser abhebt bzw. nicht von der hintergründigen Reflektion überlagert wird.

Die Reflektion als spielerischer Teil einer Komposition
Eine Reflektion kann Teil des Bildes sein, aber sie ist nicht notwendigerweise das Motiv selbst. Die Reflektion kann mit dem Motiv interagieren bzw. kann einen verspielten Effekt auf das Bild als Ganzes haben. Es passiert einfach mehr im Bild mit Reflektionen. Ein Beispiel wäre das obige Hahnenfußbild. Ein weiteres zeige ich hier.

Die Sonne als Quelle der Reflektionen
Die meisten Reflektionen sind Reflektionen des Sonnenlichts. Das Licht der Reflektionen steht symbolisch eben auch für das Licht der Sonne. In bestimmten Kulturen wurde die Sonne verehrt oder eine bestimmte Gottheit wurde mit der Sonne in Verbindung gebracht z.B. als der „Sonnengott“. Selbst der Mond leuchtet nur mit Hilfe des Sonnenlichts und reflektiert einen Teil des Sonnenlichts auf die Erde.

Für mich reflektiert das unsere Abhängigkeit von der Sonne. Wir brauchen die Sonne. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Licht ist lebensnotwendig für uns.
Und wenn wir am Ende eines Jahres sagen konnten: „Wir hatten Sonne, nicht zu wenig und nicht zu viel“. Dann ist das schon mal viel wert und ein großer Segen und wieder ein Grund, dankbar zu sein.





