Eine Technik der Gestaltung von Bildern kann darin bestehen, Muster aufzugreifen, die der Fotograf wahrnimmt. Muster kommen klassisch ganz häufig vor in Architektur oder in Textilien, können aber auch in belebten Wesen auftreten, z.B. Menschen oder Tiere oder Pflanzen, die in der Art eines Musters angeordnet sind.
Warum reizen uns Muster und Wiederholungen?
Ein wesentlicher Aspekt von Wiederholung ist, dass dadurch Ordnung oder Design sichtbar wird. Wäre alles wild durcheinander und wären die sich wiederholenden Muster nicht rhythmisch angeordnet, sähe es für schnell uns nach einer zufälligen Anordnung aus, so wie Pflanzen, die in einem Garten ohne Gärtner wuchern. Man verliert dabei dann leicht den Überblick und die Bilder sind dann weniger schön anzuschauen.
Der Einsatz von Wiederholungen oder Mustern hilft, das Bild zu strukturieren. Muster können gewissermaßen den Blick durchs Bild lenken.
Muster helfen nicht nur den Blick zu lenken, sondern sie können auch das Bild in einzelne Abschnitte teilen und so Orientierung geben.
Wiederholung eines Bildelements
Wenn sich ein Bildelement wiederholt, drückt das Ordnung aus und Vorhersagbarkeit und Vertrautheit.

Natürlich kann man genau damit spielen, dass eine Wiederholung an einer erwarteten Stelle ausbleibt.
Symmetrie
Wir Menschen reagieren stark auf Symmetrie. Wir selber und Tiere, Pflanzen usw. sind Symmetrisch angeordnet. Deswegen kann Symmetrie ein toller Weg sein, die Bildaussage zu unterstreichen. Symmetrie stellt das dahinter liegende Design heraus und spiegelt oft Ordnung und Stabilität wieder. Man sollte sich dann auch exakt so positionieren, dass man mittig vor dem Motiv steht, das die Symmetrie aufweist.

Symmetrie muss nicht notwendigerweise eine geometrisch exakte Symmetrie bedeuteten. Es kann auch bedeuten, dass es eine Art „Spiegelung“ der Verhältnisse auf der gegenüberliegenden Bildseite gibt. Das kann ja tatsächlich z.B. mit Hilfe einer Wasseroberfläche geschehen, wo es sich tatsächlich um eine Reflexion handelt.

Muster
Einfach nur ein Muster um des Musters willen darzustellen, kann langweilig wirken. Aber ein Muster zu zeigen, das sich z.B. graduell verändert (z.B. einen Helligkeitsverlauf beinhaltet), kann interessant sein.

Zusammenspiel von Mustern
Man kann mit unterschiedlichen Mustern in einem Bild spielen und sie in einen Zusammenhang setzen, sodass sie beispielsweise als zwei unterschiedliche Strukturen miteinander konkurrieren. Das kann besonders interessant sein, wenn diese Strukturen den Hintergrund für ein Motiv darstellen.

Es gibt viele Möglichkeiten
Letztlich muss die Darstellung nicht einem strengen geometrischen Rhythmus erfolgen, wie man es eher nur bei Architektur-Aufnahmen oder bei von Menschen angelegten Baum-Alleen findet. Es gibt organische Strukturen wie Bienen-Waben oder Getreide oder Gras, wo die sich wiederholenden Elemente unregelmäßiger anordnen können oder unregelmäßiger geformt sind.
Natürlich muss Bildgestaltung nicht anhand der hier dargestellten Vorgehensweisen erfolgen. Aber, sofern es geschickt gemacht ist, wirkt der Bildaufbau und die Bildkomposition geordneter, klarer und der Betrachter profitiert von einer verständlicheren Bildsprache. Es ist sichtbarer, was gezeigt werden soll. Der Betrachter wird – wie oben schon beschrieben und demonstriert – an die Hand genommen und durchs Bild geführt.







