Gelegentlich finde ich die Möglichkeit zu einem Kurz-Trip in eine Stadt. Im März 2026 konnte ich nach München.

Ich habe den Abend draußen auf den Straßen verbracht, Straßenmusikern zugehört, die Gebäude und die Menschen betrachet und dabei einige Bilder gemacht.
Abends liegen – wie in vielen Städten mit Häuserschluchten – ziemlich schnell die Straßen im Schatten. Die Sonne erhellt noch die höher gelegenen Gebäude, wie die hohen Kirchtürme. Dann geht die Sonne dann doch recht schnell unter.

Ich genieße tatsächlich das Unterwegs-Sein mit vielen Eindrücken, vielen Menschen und das langsame zu Ende Gehen des Tages in einer Stadt.
Andere Menschen sagen mir, sie gehen zum Erholen lieber aufs Land, genießen dort die Ruhe.

Es wird immer dunkler und die Stadt kommt langsam zur Ruhe.
Das in dem Moment weiche Licht kann ich mir nicht aussuchen. Ich muss es nehmen wie es ist. Natürlich sieht eine andere Lichtstimmung womöglich „interessanter“ aus, bringt mehr Spannung und lässt den Ort ganz anders wirken. Aber am Ende geht es für mich auch um das Festhalten von Momenten, nicht darum, möglichst effekt-geladene, spannende Bilder zu gestalten.



Ich verweile nicht sehr lange an einem einzelnen Ort, versuche stattdessen viele Eindrücke an verschiedenen Orten aufzusaugen und da spontan Bilder zu machen, wo mir Auffallendes begegnet.
Die Bilder sind nicht gestellt, nicht von langer Hand geplant. Es sind spontane Aufnahmen der Momente, oftmals im Vorbeilaufen.


Man kann fraglos Bilder besser gestalten, mit Planung und genauer Überlegung und entsprechend vorhandener Zeit.
Für mich sind die Bilder dennoch wertvoll, weil sie fliehende Momente darstellen, nicht weil sie in genial-ästhetischer Weise das Licht einfangen, sondern weil sie kleine Momentaufnahmen des echten Lebens einer großen Stadt sind.




Rein aus ästhetischer Sicht denke ich mir bei einigen Aufnahmen im Nachhinein immer wieder, hätte ich doch mir mehr Gedanken um Bildkomposition gemacht, die Szene länger beobachtet, einen passenden Moment antizipiert…
Gleichzeitig spüre ich die fliegende Zeit, gar nicht mal so langsam flieht immer mehr das Tageslicht…


Mitten am Tag hat man manchmal den Eindruck, man habe ja fürs Fotografieren „ewig“ Zeit. Gerade kurz vor der Dämmerung denkt man dagegen aus fotografischer Sicht manchmal, man würde jetzt gern gleichzeitig an 10 verschiedenen Flecken der Stadt sein, bevor das letzte Tageslicht verschwunden ist.







Das Schöne an München ist, dass es auch im Dunkeln durch die umfassende Beleuchtung viele Orte gibt, an denen sich mit etwas Know-How noch interessante Bilder machen lassen.
In München gibt es nahezu unendliche Möglichkeiten Bilder zu machen. Es ist allein schon das Stadtzentrum ein Paradies an fotografischen Möglichkeiten in dieser vielfältigen Metropole. Dennoch war irgendwann auch dieser Abend zu Ende.





Mit den entstandenen Bildern bin ich im Sinne der Dokumentation meines kleinen Trips zufrieden. Ich finde einige Momente gut eingefangen.
Aus fotografischer Sicht kann man sagen, dass z.B. eine enger gefasste fotografische Zielsetzung helfen könnte, sich einzelnen Momenten geplanter und systematischer anzunähern. (Am Tag darauf habe ich mich eine Zeit lang aufs Fotografieren in Kirchen konzentriert und dieses engere Beschäftigen mit einem konkreten Thema macht schon einen Unterschied in den Ergebnissen).
In dem Fall dieses hier dargestellten Abends war mehr das Erkunden und Orientieren im Vordergrund.
Ich denke, am aller wichtigsten ist nicht, welche messbaren fotografischen Ergebnisse dabei herauskommen (wenn ich „privat“ fotografiere ohne Auftrag von außen). Wichtiger ist meine Freude und Dankbarkeit für eine Gelegenheit in einem „Paradies von Sehenswürdigkeiten“ wie München fotografieren zu können…
Meine Begeisterung schlägt sich im Idealfall wirklich in meinen Bildern nieder, wenn ich Momente aus dem Leben einer solchen Stadt aufzeichnen kann…