Ein Abend in München

Gelegentlich finde ich die Möglichkeit zu einem Kurz-Trip in eine Stadt. Im März 2026 konnte ich nach München.

Ein Wahrzeichen von München, die Frauenkirche. Ich mag hier den Verkehr und das Geschehen und auf der Straße ins Bild zu involvieren. Ich denke, das ist lebendiger.

Ich habe den Abend draußen auf den Straßen verbracht, Straßenmusikern zugehört, die Gebäude und die Menschen betrachet und dabei einige Bilder gemacht.

Abends liegen – wie in vielen Städten mit Häuserschluchten – ziemlich schnell die Straßen im Schatten. Die Sonne erhellt noch die höher gelegenen Gebäude, wie die hohen Kirchtürme. Dann geht die Sonne dann doch recht schnell unter.

Der Himmel ist bewölkt, ein wenig bunt. Ich fand die Dekoration dezent auffällig.

Ich genieße tatsächlich das Unterwegs-Sein mit vielen Eindrücken, vielen Menschen und das langsame zu Ende Gehen des Tages in einer Stadt.

Andere Menschen sagen mir, sie gehen zum Erholen lieber aufs Land, genießen dort die Ruhe.

Die Beschaffung von Eis-Creme scheint ein wichtiges Thema an einem Abend mitten im März

Es wird immer dunkler und die Stadt kommt langsam zur Ruhe.

Das in dem Moment weiche Licht kann ich mir nicht aussuchen. Ich muss es nehmen wie es ist. Natürlich sieht eine andere Lichtstimmung womöglich „interessanter“ aus, bringt mehr Spannung und lässt den Ort ganz anders wirken. Aber am Ende geht es für mich auch um das Festhalten von Momenten, nicht darum, möglichst effekt-geladene, spannende Bilder zu gestalten.

Ein wenig Frühling Mitte März
Diese „Gedenkstätte“ für den verstorbenen Michael Jackson ist schon aufwändig gepflegt
Auch wenn ich wenig Interesse an Michael Jackson.  habe, finde ich doch diese Ort Bemerkenswert. Sicherlich wäre es spannend, den Ort bei anderen Licht und Wetter wiederzusehen.

Ich verweile nicht sehr lange an einem einzelnen Ort, versuche stattdessen viele Eindrücke an verschiedenen Orten aufzusaugen und da spontan Bilder zu machen, wo mir Auffallendes begegnet.

Die Bilder sind nicht gestellt, nicht von langer Hand geplant. Es sind spontane Aufnahmen der Momente, oftmals im Vorbeilaufen.

Alles liegt bereits im Schatten. Subtil ins Auge fallen die roten Rücklichter.
Die Beleuchtung der Fasse kommt zunehmend zum tragen

Man kann fraglos Bilder besser gestalten, mit Planung und genauer Überlegung und entsprechend vorhandener Zeit.

Für mich sind die Bilder dennoch wertvoll, weil sie fliehende Momente darstellen, nicht weil sie in genial-ästhetischer Weise das Licht einfangen, sondern weil sie kleine Momentaufnahmen des echten Lebens einer großen Stadt sind.

Vieles wird schon zusammengeklappt. Es ist eben noch fast Winter. Der Kirchturm wird noch angestrahlt.
Vielfältiger Verkehr auf der Maximilian-Straße. Es ist schon faszinierend, wie das Auge immer zum grellsten Punkt des Bildes gezogen wird.
An anderen Stellen sammeln sich die Leute zum Verweilen
An diesem alten Ford konnte ich nicht einfach vorbei gehen…

Rein aus ästhetischer Sicht denke ich mir bei einigen Aufnahmen im Nachhinein immer wieder, hätte ich doch mir mehr Gedanken um Bildkomposition gemacht, die Szene länger beobachtet, einen passenden Moment antizipiert…

Gleichzeitig spüre ich die fliegende Zeit, gar nicht mal so langsam flieht immer mehr das Tageslicht…

Ich mag gerne Bilder solcher Straßen-Schluchten. Hohe Häuser zu beiden Seiten.
Es gibt Eis, Baby! (Frei nach Helge Schneider)

Mitten am Tag hat man manchmal den Eindruck, man habe ja fürs Fotografieren „ewig“ Zeit. Gerade kurz vor der Dämmerung denkt man dagegen aus fotografischer Sicht manchmal, man würde jetzt gern gleichzeitig an 10 verschiedenen Flecken der Stadt sein, bevor das letzte Tageslicht verschwunden ist.

Warten…
Der belebte Marienplatz. Hier konkurrieren zig Sehenswürdigkeiten um die Blicke der Anwesenden… Auch der auffallende, rote Schal fällt unweigerlich ins Auge… Hier wollte ich einfach zeigen, wie belebt so ein Platz in München am Abend ist…
Ausgleuchtete Engels-Skulpturen unterhalb der Marienstatue
Straßenmusiker
Der Kutscher ohne Pferd…
Einsames Warten am Marienplatz?

Das Schöne an München ist, dass es auch im Dunkeln durch die umfassende Beleuchtung viele Orte gibt, an denen sich mit etwas Know-How noch interessante Bilder machen lassen.

In München gibt es nahezu unendliche Möglichkeiten Bilder zu machen. Es ist allein schon das Stadtzentrum ein Paradies an fotografischen Möglichkeiten in dieser vielfältigen Metropole. Dennoch war irgendwann auch dieser Abend zu Ende.

Auch Baustellen sind ein wesentlicher Teil des Münchner Stadtbildes
Noch mehr Straßenmusiker
München hat einfach ganz andere Dimensionen als eine Kleinstadt und das sieht man auch an manchen sehr langgezogenen Straßenzügen…
Wirklich ins Auge springende Beleuchtung…
Manche Straßen wirken erst im Dunkeln richtig lebendig durch die dann strahlender Beleuchtung und Farben.

Mit den entstandenen Bildern bin ich im Sinne der Dokumentation meines kleinen Trips zufrieden. Ich finde einige Momente gut eingefangen.

Aus fotografischer Sicht kann man sagen, dass z.B. eine enger gefasste fotografische Zielsetzung helfen könnte, sich einzelnen Momenten geplanter und systematischer anzunähern. (Am Tag darauf habe ich mich eine Zeit lang aufs Fotografieren in Kirchen konzentriert und dieses engere Beschäftigen mit einem konkreten Thema macht schon einen Unterschied in den Ergebnissen).

In dem Fall dieses hier dargestellten Abends war mehr das Erkunden und Orientieren im Vordergrund.

Ich denke, am aller wichtigsten ist nicht, welche messbaren fotografischen Ergebnisse dabei herauskommen (wenn ich „privat“ fotografiere ohne Auftrag von außen). Wichtiger ist meine Freude und Dankbarkeit für eine Gelegenheit in einem „Paradies von Sehenswürdigkeiten“ wie München fotografieren zu können…

Meine Begeisterung schlägt sich im Idealfall wirklich in meinen Bildern nieder, wenn ich Momente aus dem Leben einer solchen Stadt aufzeichnen kann…