Gedanken zu Schwarz-Weiß-Aufnahmen – Beispiel München (2015)

Aufnahmen in Schwarz und Weiß, also Aufnahmen, die „nur“ Helligkeit-Unterschiede, aber eben keine Farben zeigen, funktionieren anders als Farbaufnahmen.

Es gibt Aufnahmen, die Funktionieren in Schwarz-Weiß und in Farbe. Es gibt aber auch Aufnahmen, die Funktionieren zum Teil nur in Farbe (Klassischer Sonnenaufgang z.B.). Es gibt Aufnahmen, die sehen tatsächlich besser in Schwarz-Weiß aus, weil sie von den Helligkeits-Unterschieden leben und die Farbe eher ablenkend wirkt.

Vor mehr als 10 Jahren war ich in München für einen kleinen Tagesausflug. Es entstanden Aufnahmen mit einem Smartphone (Weitwinkel) und mit einer Spiegelreflex-Kamera (leichtes Teleobjektiv). Und das hat ziemlich gut funktioniert. Ich habe aber aus heutiger Sicht festgestellt, dass die Farben der Smartphone-Bilder suboptimal sind (lag es an dem Ausgangsmaterial oder an meiner damaligen Bearbeitung? – Ich weiß es nicht).

Also habe ich mich entschieden, einige Bilder in Schwarz-Weiß umzuwandeln. Mit manchen Motiven funktioniert es super. Mit anderen weniger.

Bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen ist es noch kritischer wirklich auf das vorhandene Licht zu achten. Bilder, die nur von Farbe leben (klassische Herbst-Motive z.B.) funktionieren nicht in Schwarz-Weiß. Aber Bilder mit prominenten Licht-und-Schatten-Kontrasten können noch besser wirken, weil sie konzentriert die Helligkeits-Unterschiede hervorheben.

Tempel im Hofgarten

Hier habe ich einen besonderen Moment aufgenommen. Braut und Bräutigam(?) warten hier. Ein interessantes Detail: Die Braut trägt ihre Schuhe nicht. Die stehen vor dem Kleid. 

Englischer Garten

München bedeutet auch viel Natur und Parks und „freie Flächen“.

Hier sieht man den Biergarten am chinesischen Turm. Man bekommt einen Eindruck davon, wie belebt es in München im Freien ist im Spätsommer. Ich mag solche Bilder, die nicht so steril sind. Ich denke, man sieht die Lebendigkeit dieses Ortes.

Diverses

Man fängt, wenn man einen Tag lang unterwegs ist, auch manches unerwartete Motiv ein. Seien es Tieraufnahmen, aber auch schöne Verläufe von Licht und Schatten.

Eichhörnchen
Straßenmusiker
Bronze Löwe vor Residenz
Straßenkünstler in der Fußgängerzone

Bayrische Staatskanzlei

Das ist tatsächlich etwas deprimierend an Schwarz-Weiß, dass alle Blätter grau/dunkelgrau werden. Aber ich finde, die hell gekleidete Radfahrerin wird umso mehr hervorgehoben. Es gibt einen schönen Eindruck, wie hoch die Kuppel ist und wir groß das Gebäude ist. Wenn man nur die Kuppel auf das Bild bekommt, verliert man den Eindruck von ihrer Größe.

Das Neue Rathaus

In meinen Aufnahmen ging die Farbe des Himmels in einen Türkis-Ton über. Das geschah bei verschiedenen Bildern mit dem Smartphone und daher kam die Idee mit dem Umwandeln in schwarz und weiß. Ich denke, in Farbe wäre das Rathaus dennoch besser dran gewesen. An dem Tag spiegelte sich der blaue Himmel herrlich in den Fenstern.

Nationaltheater

Das Nationaltheater kommt auf dieser Aufnahme herrlich raus und wird durch das vorhandene Licht herrlich hervorgehoben. Dieses Motiv ist hervorragend geeignet.

Eisbachwelle

Mein persönliches Highlight war die Eisbachwelle mit den zugehörigen Surfern. Aber besonders da kommt es auch darauf an, welche Kleidung die Surfer tragen. Wenn sie zu helle Kleidung tragen, heben sie sich in schwarz-weißen Bildern nur mäßig von dem Wasser bzw. Wasserspiegelungen ab. Diese kleine Bilderreihe zeigt: Es lohnt sich, Bilder aus verschiedenen Perspektiven zu machen.

Welche Bilder gehen nicht gut in Schwarz-Weiß?

Ich denke da an Bilder vor dem Hofbräuhaus ,wo die blau-weißen Outfits der Pferdekutsche in schwarz-weiß nicht funktionieren. Ich denke an rote Ferraris aus Qatar, deren Bildwirkung ohne Farbe nicht zur Geltung kommt. Farbbilder sind für mich weiter das bessere Medium zur Dokumentation von fliehenden Momenten. Aber Schwarz-Weiß kann in seiner reduzierten Darstellung auch wertvoll sein. Schön, dass man kreativ sein kann und selbst entscheiden kann, was wann besser passt.