Fotografieren in großen Städten ist oft „einfach“, besonders, wenn da alles vorhanden ist – besondere Architektur, die man in einem kleinen Dorf in der Dichte einfach nicht findet. Viele Menschen, die es gewohnt sind, dass Touristen dort viele Bilder machen. Als Reisender gehört man ins Stadtbild. Im Dorf wird man, wenn man dort fotografiert, eher seltsam beäugt.
Und doch macht eines auch in einer Stadt wie München einen riesigen Unterschied. Nämlich das Licht.
Man kann in der Natur das Licht nicht steuern. Ich kann nur meine eigene Position und den Zeitpunkt meiner eigenen Anwesenheit steuern.
Ich hatte kürzlich das Privileg, Zeuge einer ganz wundervollen Licht-Stimmung zu werden, dazu noch im Winter, wo das nicht selbstverständlich ist und man eher mit trüben Tagen rechnet mit gleichbleibend drückend grauem Licht.
Es war nicht viel Zeit, die ich mit diesem Licht hatte. Im Winter geht die Sonne einfach sehr schnell immer tiefer. Aber das Licht war herrlich und ich konnte einige dieser herrlichen, fliehenden Momente einfangen. Und weil ich wusste, dass diese Momente und dieses Licht vermutlich nicht wieder kommen, wenigstens nicht für mich, habe ich darauf verzichtet, mein Gepäck erst mal ins Hotel zu bringen und bin so losgezogen.
Nahe dem Bahnhof, das alte, für den Abriss bestimmte Karstadt-Gebäude. München 2025Der Justizpalast, herrliche Ausleuchtung, während die Straße im Schatten versinkt, man bekommt einen Eindruck der tief stehenden Sonne, München 2025An sehr vielen Gebäuden sind die Skulpturen mit einem Netz ausgerüstet, damit nicht Teile abbrechen und unkontrolliert zu Boden stürzen. Hier ist es im Gegenlicht plastisch zu erkennen. München 2025Die beiden Türme der Frauenkirche sind aus der Entfernung wunderbar durch das Licht hervorgehoben. München, 2025Die Stadt zu Fuß zu erkunden finde ich persönlich spannender. Mit dem Sightseeing-Bus konnt man sicherlich weiter herum… München 2025Justizpalast, München 2025Viele Fahrräder sind in München unterwegs. Es gibt richtige Radfahrwege und Fußgängerwege, besonders am Altstadtring, wo Radfahrer und E-Scooter schnell unterwegs sind. München 2025Ich war angetan von dem Licht und den Reflektionen. Das Licht kam von links (siehe Person im hellen Mantel). Das Licht am Karstadtgebäude kommt von Reflektionen eines gegenüberliegenden Gebäudes. München 2025
Mit der Zeit wurde es freilich immer dunkler. Der Nachteil in einer Stadt, die wie München, eher flach von seiner Topographie her, ist, dass man nicht so einfach einen richtigen Sonnenuntergang zu sehen bekommt wie bei einem Dorf auf dem freien Feld.
Ich habe kurz in die Frauenkirche geschaut. Ich mag die Bilder, die die belebte Kirche zeigen und so auch einen Eindruck der Höhe und Weite des Gebäudes vermitteln.Die warmen Farben der abendlichen Sonne sind herrlich, hier am Marienplatz, im Hintergrund die Türme der Frauenkirche, München 2025Wieder mehr Richtung Bahnhof/Ludwigsvorstadt liegt die Kirche St. Paul. München 2025Der gefärbte Himmel, die nicht übermäßig befahrene, aber doch lebendige Straße führt den Blick zur Kirche. Der Himmel ist in Rot-Tönen gefärbt. Hotels finden sich hier – so empfindet man es – nahezu in jedem zweiten Gebäude. München 2025Viele kulturell eher orientalische Restaurants, Läden und Shops finden sich in der Ludwigsvorstadt. München 2025
Nach Anbruch der Dunkelheit entstanden Bilder eher mit lichtstarken Objektiven, zuvor eher mit dem „Superzoom-Objektiv“. Das Superzoom-Objektiv hat einfach den großen Vorteil, dass es möglich ist, sehr flexibel in der Bildkomposition zu sein, ohne den Standpunkt ändern zu müssen und gleichzeitig aber auch den Standpunkt ändern zu können und weiterhin sehr flexibel den Bildausschnitt wählen zu können. Gerade für eine Reise ist so ein Objektiv meines Erachtens kaum ersetzbar, auch wenn man natürlich auch allein mit einem Objektiv mit fester Brennweite reisen kann und so mancher das so handhabt. Er wird dabei aber viele Motive nicht so ablichten können wie der Reisende mit einem Objektiv, das einen 7-fach oder 10-fach Zoombereich abdeckt.
Gesegnet ist der, der beides hat. Eine lichtstarkes Objektiv für die dunkle Zeit des Tages und ein Objektiv mit großem Zoombereich, was naturgemäß relativ wenig Licht auf den Sensor lässt.
Straßenbahnspuren am Altstadtring, München 2025Gasse in der Altstadt, München 2025Christkindlmarkt am Marienplatz, München 2025Theatinerkirche, nahe Odeonsplatz, München 2025Bernheimer Haus am Lenbachplatz, München 2025
Am nächsten Tag war das Licht ganz anders. Ziemlich grau, den ganzen Tag über. Die Farben kommen, wenn dann, von farbintensiven Motiven. Ein Spiel mit Licht und Schatten ist nur begrenzt möglich und eher an tunnelartigen Durchgängen vorstellbar.
Man muss sich dann gewissermaßen damit abfinden, dass die Farben flauer sind. Es ist dann noch wichtiger, interessante Motive zu finden. Weiteren „Schmuck“ im Bild – wie eine wunderschöne Wolkenformation – wird es nicht geben. Von oben kommt es nur leidlich hell mit wenig Kontrasten und höchstens weichen Schatten.
Ludwigsvorstadt. Zwei Autos, zwei Tauben. Ich fotografiere oft hochkant, weniger im Quer-Format. München 2025. Die Spitze des Neuen Rathauses, München 2025Nicht zu übersehen: Es gibt Kinderpunsch. Marienplatz, München 2025Hier geht es Richtung Viktualienmarkt, grauer Himmel, bunte Fußgänger. München 2025
Am Anfang des Tages habe ich hauptsächlich mit Zoom-Objektiven gearbeitet. Dann habe ich zu meinem Normal-Festbrennweiten-Objektiv gegriffen. Es macht einen großen Unterschied, welches Objektiv man nutzt. Die nachfolgenden Bilder sind großteils damit entstanden.
Der Viktualienmarkt. Hier durch eine „Gasse“ fotografiert. Ich selbst habe die Reflektion erst später bemerkt. München 2025Die Auswahl bei den spezialisierten Ständen ist teils enorm. München 2025Farbenfroh ist hier am Viktualienmarkt die Deko und die Kleidung, auch trotz tristem Wetter. München 2025Die Reflektion und die auffällige Farbe der Kapuze sind hier am Bild die interessanten Aspekte. Nahe dem Viktualien-Markt. München 2025Hier ist angedeutet, welches Treiben auch im Apple-Store herrscht (der wirkte von außen leicht überfüllt), München 2025Viele Menschen sind am Samstag Nachmittag unterwegs. Marienplatz, München 2025Dieses Bild mag ich besonders wegen der vielen „Geschichten“, die darin angedeutet sind. München 2025Obligatorische Aufnahme eines Lebkuchenherzes vom Christkindlmarkt, München 2025Christkindlmarkt am Rindermarktbrunnen, München 2025St. Peter Kirche, Außenwand, ich sollte grundsätzlich die Serienbild-Funktion an der Kamera einstellen. Hier passt das Timing, es ist wirklich nur ein Bild, das ich gemacht habe. Oft ist es aber nicht ideal und es lohnt sich mehrere Aufnahmen zu machen und die beste auszuwählen. Das macht wirklich einen Unterschied. München 2025Sendlinger Straße, so ein Bild funktioniert mit vielen Passanten so viel besser als wenn die Straße leer wäre, München 2025St. Johann Nepomuk. Man kann gerade an solchen Tagen auch Zeit in Kirchen verbringen. Diese ist sehr klein, aber wahnsinnig kunstfertig, wobei ich persönlich den Stil fast schon unheimlich finde. Bei Innenansicht solch einer engen und kleinen Kirche bietet sich ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv an. Das obligatorische Bild eines ikonischen Großstadtfahrrads nahe dem Sendlinger Tor. München 2025
Der Trip nachMünchen hat sich gelohnt
München ist fotogen. Ich denke, ich habe auch bei diesem kurzen Besuch nur ein paar Eindrücke von München als Stadt aufgesogen. München ist weitläufig und meine Zeit dort war begrenzt. Ich finde Städte wie München, London, Barcelona usw. faszinierend. Für mich hat sich daran auch nach der kleinen Reise nichts verändert.
Kommentare
Eine Antwort zu „Kurz-Trip nach München, ein Abend mit herrlichem Licht und ein trüber nächster Tag (inkl. Christkindl-Markt)“
[…] Bilder“ der Frauenkirchen und der Marienstatue in München (siehe diesen Beitrag: https://fliehendemomente.de/2025/12/21/kurz-trip-nach-muenchen-ein-abend-mit-herrlichem-licht-und-ei… ) sind mit dem Objektiv entstanden… (siehe unten). Ich denke, das da schon sichtbar wird, […]
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