Zurückkehren an bekannte Orte für neue Bilder

Es ist schön, neue Orte zu sehen, z.B. neue Städte oder neue Teile einer Stadt kennen zu lernen und zu entdecken. Es kann aber – fotografisch gesehen – durchaus Sinn machen, immer wieder an bekannte Plätze zurück zu kehren.

Ulm, SWU Gebäude 2026

Aber warum kann es Sinn machen, an Orte zurückkehren, die man bereits gut kennt?

  1. Der Ort ist mir vertraut und ich kann seine Dimensionen einschätzen und weiß, was sich an welcher Stelle befindet. Das macht es mir einfacher, mich zu orientieren und Einschätzungen zu treffen bzgl. meines fotografischen Vorgehens.
  2. Der Ort mag zwar bekannt sein, die Licht-Bedingungen sind aber neuartig. Das bezieht sich auf Lichtstimmung, verbunden mit der Tageszeit und Wetter. Besonders das morgendliche oder abendliche Licht kann einen ganz anderen Eindruck von einem Ort vermitteln. Auch Nachts mag ein Ort völlig anders wirken.
  3. Der Ort mag bekannt sein, aber ich entdecke immer wieder neue Details und Aspekte, die mir bisher noch nicht ins Auge gefallen waren, auch indem ich neue Blickwinkel einnehme oder mit unterschiedlichen Zoom-Stufen oder Objektiven arbeite. Manche sind Gegner von Zoom-Objektiven. Ich denke, oftmals ermöglichen sie nochmal andere Bildausschnitte als sie mit Festbrennweiten (zoom-lose Objektive) möglich wären. Es gibt nicht das perfekte Objektiv, alles hat seine Vor und Nachteile.
  4. Der Ort mag zwar bekannt sein, aber er verändert sich in kleinen Details oder auch in großen Zügen. Das kann die Pflanzenwelt betreffen in Winter, Frühling, Sommer und Herbst oder aber die Architektur wurde angepasst, ersetzt oder erneuert. Es können sich dort unerwartete Dinge abspielen oder besondere Menschen oder Tiere dort sein.
Das eher trübe, dunkle und bewölkte Wetter machte mir wenig Hoffnung auf die Bilder, die ich mir ursprünglich vorgestellt hatte (z.B. Sonnenuntergang) 2026
Einen Sonnenuntergang gab es dann tatsächlich, wie befürchtet, nicht. Die Licht-Stimmung war eher gedrückt. Das wird auch in den Bildern sichtbar. 2026
Die Beleuchtung der Brücke war für mich neu. In der Dämmerung war ich hier noch nicht. Vertraut ist mir der Ort allerdings schon. Links zu sehen ein riesiger Baukran, ungefähr so hoch wie das Ulmer Münster. Er war nur für wenige Tage im Einsatz. 2026
Vermutlich ist das Ulmer Münster das am häufigsten von mir fotografierte Gebäude, in unzähligen Lichtbedingungen und aus unzähligen Perspektiven. 2026
Der Reflex an dieser Stelle ist tatsächlich, ein Objektiv mit mehr Weitwinkel verwenden. Es soll ja alles drauf passen. Mit dem tatsächlich verwendeten leichten Teleobjektiv wird der hohe Kirchturm nur angedeutet, das Geschehen auf der Straße hervorgehoben. 2026
Auch die Dekoration im Schaufenster kann zum Bild gemacht werden. 2026
Bilder in der Stadt sind Momentaufnahmen. Hier ist der untere Teil des Bildes relativ chaotisch. Ganz bestimmt gab es „ruhigere Momente“ mit einem „besser strukturierten“ Bildaufbau. Dennoch wird im Bild die Lebendigkeit dieses Moments sichtbar. Ich mag besonders den auffälligen Fahrradfahrer mit dem Rücklicht. 2026
Auch hier gilt. Man muss nicht immer „alles“ auf das Bild bringen… 2026
Viele Details im Bild laden das Auge zum verweilen ein. 2026
Der Südturm des Münsters. Die verschwommenen Radler links unten geben als Maßstab einen Eindruck der Höhe. 2026
Hier war eine möglichst symmetrische Ausrichtung wichtig für die Bildwirkung. Es fängt aber gut das Kommen und Gehen der Reisenden ein. Wegen Umbaumaßnahmen am Bahnhof ist dieser Aufgang derzeit für die meisten Reisenden der Zugang zu den Gleisen. 2026