Anfang April hatte ich einmal wieder die Gelegenheit, ein wenig nach Ulm zu kommen. Es war nicht sehr viel Zeit und das Wetter erwies sich als ziemlich wechselhaft.

Ich bin gern in Ulm unterwegs. Die Stadt ist mir vertraut und es finden sich doch einige schöne und weniger schöne Fotomotive.
Gegen Abend kam ich an. Ich hätte mir gern stabiles Wetter gewünscht, doch es kam anders.

Ulm ist, wenn man es zu Fuß erkundet, ausreichend groß. Ulm liegt im Tal, umgeben von 7 Bergen.
Nicht alles, was man rund um Ulm sehen kann, mag spektakulär sein, aber von manchen hoch gelegenen Stellen gibt es – gutes Wetter vorausgesetzt – eine wahnsinnig weite Sicht, auch weit über Ulm hinaus und auch die Architektur und Geografie könnte fraglos trister sein, wenn man auch sagen muss, dass die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sicherlich in der Innenstadt liegen, wobei historisch gesehen z.B. die erhaltenen Teile der Festungsanlagen um Ulm herum auch Bedeutung haben und auch die Vorstädte wie Söflingen und Wiblingen ihren Reiz haben können.


Ich mag es, wenn mehr und mehr der Frühling Einzug erhält, wie es auch an unzähligen Bäumen sichtbar wurde, die von der Sonne bestrahlt wurden.
Ich hatte wirklich gehofft, dass die Sonne sich noch bis zum Untergang sichtbar am Himmel halten konnte. Diese Hoffnung wurde jedoch leider zerschlagen, wie sich später zeigen sollte. Bis dahin war der Himmel blau, leicht diesig und wurde dann zunehmend diesiger.
Zuletzt verschwand die Sonne unter einer Wolkenwand, die am Horizont aufzog.






Insgesamt bewegen sich an einem Samstag Abend wenig Leute in den Bereichen außerhalb der Fußgängerzone.
Dafür ist im Kern der Innenstadt umso mehr los. Ich kann beides genießen. Ein wenig Großstadt-Flair ist im belebten Zentrum erlebbar. Aber auch die weniger belebten Gassen und Wege außerhalb des inneren Zentrums haben manch schönen oder manch interessanten Aspekt zu bieten.




Ein paar Passanten in der großen Einkaufsstraße wurden auf meine Kamera aufmerksam und baten um spontane Portraits. Dem Wunsch kam ich gerne nach.
In der Zwischenzeit braute sich ein ordentliches Unwetter zusammen, das sich dann durchaus ein bisschen spektakulär aufzeichnen ließ.




Ein ordentlicher Regenguss bedeutet natürlich immer etwas Gefahr für die Ausrüstung. Ich habe diesmal wirklich versucht, das Wetter einfach als Teil des Erlebnisses zu sehen. Gleichzeitig ist es eben so, dass so ein Wetter zumindest für meine persönliche Konzentration nicht unbedingt förderlich ist.
Man muss eben mehr Sachen im Blick haben; allein schon, dass man selbst und die Ausrüstung nicht zu sehr durchnässt wird, dass die Front-Linse des Objektivs am besten keine Regentropfen sammelt. Und mein Bewegungsspielraum war dadurch deutlich verkleinert, dass ich teils erstmal unter Überdachungen blieb.
Ich bin auch im Nachhinein zwiegespalten. Das Wetter war nicht wie erhofft. Ich wollte Bilder anders machen. Und doch sind – wenn man so will – ein paar originelle Bilder dabei, die man so sicher nicht jeden Tag macht. Teils würde ich im Nachgang gerne Timing und Perspektive anpassen.
Am Ende ist mein Ziel ja, fliehende Momente einzufangen. Das habe ich gemacht, auch wenn mich beispielsweise aus ästhetischer Sicht einige Bau-Absperrungen in meinen Bildern stören. Und doch waren genau diese Absperrungen auch gewissermaßen Teil des Moments und des Stadtbildes.
Der Vorteil, als Ortskundiger unterwegs zu sein, besteht einfach darin, dass man mit der Zeit weiß, welche Positionen und Perspektiven dann besonders gut oder schlecht funktionieren und man dahingehend auch immer wieder dazulernt.






Fazit: Wie auch das Wetter ist das Fotografieren in der Stadt nicht umfassend planbar. Man ist von vielen Faktoren abhängig, auch von der eigenen Tagesform, den eigenen zeitlichen Rahmenbedingungen usw.. Das macht es interessant, manchmal begeisternd, manchmal frustrierend. Man trainiert sein fotografisches Auge, gleichzeitig gilt es auch einen Umgang zu finden mit manchen ästhetischen Unebenheiten. Das Fotografieren in einer Stadt hat seine Kanten und seine Unebenheiten. Es ist gelegentlich eine Kunst, diese stimmig in seine Bilder zu integrieren.