
Streng genommen geht es nicht um die Kamera hier, die ich hier kurz bespreche, namentlich die Olympus Stylus 1 – eine Kamera, die vor mehr als 12 Jahren erschienen ist, einen winzigen Bildsensor aufweist und zwar für eine kleine Reisekamera sicherlich ziemlich gut ausgestattet und gut bedienbar ist, aber sonst nicht mit den typischen Superlativen auf dem Datenblatt dienen kann, wie z.B. einer hohen Megapixel-Zahl, einem fortschrittlichen Autofokus oder großen Bildsensor.
Ein Vollformat-Bildsensor hat eine Fläche, die ungefähr 20 mal größer ist als die Sensorfläche der Olympus Stylus 1.


Die Olympus Stylus 1 ist nur ein Beispiel für eine Kamera, die nicht für extravagante, modernste Technik steht und eben nicht das Neuste vom Neusten bietet – sondern – im Vergleich betrachtet – ganz wesentlich limitiert ist, wobei sie aus meiner Sicht ein herrliches Gesamtkonzept aufweist.
Was ist die Stylus 1 von Olympus?
Sie ist eine kleine, an sich ziemlich gut ausgestattete Kamera. Sie ist Recht kompakt. Sie verfügt über einen digitalen Sucher (der besser ist als man denken würde).

Sie hat wirklich einen winzigen Bildsensor, wartet aber mit einem ganz ordentlichen, fest verbauten Objektiv auf, das einen mehr als 10-fachen optischen Zoom bietet und eine konstante Blende von f/2,8 bietet. Das bedeutet, sie lässt relativ viel Licht ins Kameragehäuse, aber angesichts der kleinen Sensor-Einheit hat man dadurch z.B. nur begrenzt die Möglichkeit, einen unscharfen Hintergrund (und Vordergrund) zur Bildgestaltung hervorzubringen und natürlich ist der Sensor selbst einfach beschränkt. Hohe Empfindlichkeits-Stufen mag er nicht so sehr.

Die Stylus 1 hat aber auch Besonderheiten wie einen fest verbauten und bei Bedarf zuschaltbaren ND-Filter. (Verringert die aufgenommene Lichtmenge z.B. für Langzeitbelichtungen). Ein Bildstabilisator ist auch mit an Board.
Was lässt sich mit der Stylus 1 bewerkstelligen?
Ich hab mich an einem Abend einmal exklusiv mit der Kamera auf den Weg nach draußen gemacht und ich bin am Ende von den Ergebnissen durchaus angetan gewesen. Im Sucher wirkte es z.B. so als arbeite der Bildstabilisator nicht richtig. Aber nur weil etwas so aussieht, heißt es nicht, dass es so ist.
Die Bedingungen waren ganz schön, auch wenn es zunehmend dunkler wurde. Die Bilder sind freilich ein wenig bearbeitet und zudem von Hand ausgewählt. Ich halte aber nicht viel davon, die „rohen“ Ergebnisse zu präsentieren. Der Betrachter kann sowieso auf den Bildern nie exakt die Ausgangsbedingungen erkennen, die bei der Aufnahme vorlagen. Es geht mir um eine Demonstration des Potentials. So viele Kamera-Rezensionen veröffentlichen Bilder ohne Aussagekraft, die schlampig gestaltet wurden. Ich kann selbst mit einer teuren Hasselblad Kamera schlampige, verschwommene Bilder machen.
Interessanter finde ich immer diejenigen Ergebnisse, die jemand mit einem gewissen Können hervorbringt, der weiß, was er bei der Aufnahme und in der Bilder Nachbearbeitung tut und die Bilder präsentiert, die gefällig geworden sind.











Mein persönliches Fazit:
Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, ob es High-End-Kameras für gefällige Bilder braucht:
Wichtiger als die Frage der absoluten Bildqualität – das Hauptargument für viele teure Kameras – sind ganz andere fotografische Aspekte, die wenig mit der Kamera-Sensor-Technik zu tun haben. Es geht um fotografische Techniken, Bildgestaltung, vor allem aber Licht und ein Auge für interessantes Licht.
Wenn meine Kamera ein gut handhabbares Werkzeug ist – und in der Hinsicht ist die Olympus Stylus 1 vorzüglich gestaltet – habe ich schon ganz viel gewonnen.
Natürlich hat jeder andere Ansprüche und Kriterien für die Fragestellung, was „gefällige“ Bilder sind. Ich finde, mit der Stylus 1 kann ich etwas anfangen, ohne in Frage zu stellen, dass High-End-Kameras für manchen Zweck sicherlich viele Vorteile bieten.